Pflanzenbeschreibungen

Ackergauchheil

Beet 7 – Getreideunkrautgesellschaft

Anagallis_arvensis_MStorkBotanischer Name
Anagallis arvensis (Primelgewächse – Primulaceae)

Blütezeit
Mai – Oktober

Standort/Vorkommen
Ackerflächen, Wegeränder, trockene Böden.
Mitteleuropa, Mittelmeergebiet

Gefährdung
Im Bestand nicht gefährdet. Durch rigorosen Einsatz von Herbiziden gegen unerwünschte ‚Beikräuter‘ in der Landwirtschaft aber fast völlig von Feldern verschwunden, so wie auch Kornblume, Klatschmohn, Kornrade …

Anagallis_arvensis_2_MStork

Name/Wissenswertes
Früher als Volksheilmittel mit vielfacher Wirkung eingesetzt, sollte der Gauchheil u.a. Geisteskrankheiten heilen (Gauch = Narr, Verrückter). Nachgewiesen ist eine schwache Giftwirkung bei Tieren (Hunde, Katzen, Vögel) bei höherer Dosierung. Weidevieh meidet die Pflanze wegen ihres Bittergeschmacks. Allergische Hautreaktionen möglich bei Empfindlichkeit gegen Primeln (Primelgewächs)
Fotos: M. Stork


 

Sonnentau

Beet 1 – Hochmoore


Botanischer Name
Drosera intermedia
Sonnentaugewächse (Droseraceae)

Blütezeit
Juli – August

Standort/Vorkommen
Feuchte nährstoffarme Stellen mit sauren Böden (Moore, Heiden, Sümpfe…) oft zusammen mit Torfmoosen

Gefährdung
Durch Trockenlegung von Feuchtgebieten und Abtorfung von Mooren starker Rückgang des Bestandes, strenger Schutz in ganz Europa!

Name/Wissenswertes
Die wie Tautröpfchen aussehenden klebrigen Drüsensekrete auf den Blättern erklären den Namen. Für kleine Insekten, die hierin ein Nektarangebot sehen, wird dieses zur tödlichen Falle: Sie verkleben, werden von den ‚Tautröpfchen‘ verdaut und anschließend über die Blattoberfläche aufgenommen. So dienen sie dieser ‚fleischfressenden‘ Pflanze als Nahrung aus der Luft, weil der nährstoffarme Boden nicht ausreichend ‚Futter‘ liefert. Die Blütenstände des Sonnentaus wachsen relativ hoch, damit eventuell Blütenbestäuber nicht von den gefährlichen Blättern weggefangen werden. Hier entwickeln sich dann die Samen, die für die Verbreitung der Pflanze sorgen. – Text: M. Stork, Foto oben: Hajotthu aus der deutschsprachigen Wikipedia, Unten: M. Stork


Gelber Fingerhut

Beet 5a – Kalkbuchenwald

Botanischer Name
Digitalis lutea
Wegerichgewächse (Plantaginaceae)

Blütezeit
Juni – August

Standort/Vorkommen
Berghänge im Waldumfeld auf lockeren steinigen Böden, bevorzugt Kalkböden

Gefährdung
Der Gelbe Fingerhut gilt als nicht gefährdet in Deutschland, ist aber hier eine geschützte Pflanze

Name/Wissenswertes
Botanischer und deutscher Name weisen auf die Blütenform hin: passt ein Finger rein. Im Englischen benutzt sie sogar der Fuchs (Foxglove)! Im Gegensatz zum allgegenwärtigen Roten Fingerhut (D. purpurea), der humosen sauren Waldboden bevorzugt und dort zumeist massenhaft vorkommt, wächst der gelbe Fingergut zerstreut an ihm zusagenden Stellen. Wie die anderen Fingerhüte besitzt er eine ‚Hummelblüte‘ d.h. wegen der langen Blütenröhre gelangen vorzugsweise langrüsselige Hummelarten an den begehrten Nektar. Die vorgezogene Unterlippe der Blüte bildet hierbei einen bequemen Landeplatz. Wie alle anderen Fingerhüte ist auch der gelbe Fingerhut stark giftig (Herzgift). – Text und Foto: M. Stork


Sibirische Schwertlilie

Beet 8b – Feuchtwiesen

Botanischer Name
Iris sibirica
Schwertliliengewächse (Iridaceae)

Blüte
Mai – Juni

Bodenansprüche/Standort im Garten
Feuchter nährstoffarmer Boden, verträgt aber auch Trockenheit, keine Stickstoff haltigen Dünger. Beetpflanze, Teichrand

Wissenswertes/Gefährdung
Natürliches Vorkommen: Mittel- Osteuropa bis nach Sibirien (Name!) Ein weiterer Name dieser Pflanze ist Wiesenschwertlilie. Die Blätter sind nicht schwertförmig, sondern schmal und grasähnlich (Unterscheidung zu anderen Iris-Arten). Die Pflanze ist giftig: Bei Weidetieren blutige Durchfälle. Durch Trockenlegung feuchter Wiesen ist der natürliche Lebensraum der Pflanze stark eingeschränkt, ebenso durch Düngung und agrarmäßige Nutzung solcher Flächen. Die Pflanze ist deshalb geschützt. Blume des Jahres 2010, Text und Foto: M. Stork
Ausführliche Information: www.naturgarten.org >>