Alpine Blaugrasrasen (Seslerietea albicantis)
Ihre Schönheit wurde manchen Alpenpflanzen beinahe zum Verhängnis - manche Edelweiß-Populationen mussten sogar vor falschen Naturfreunden beschützt werden. Heute wissen Wanderer, dass man Blumen lieber bestaunt, statt sie zu pflücken. Den Arten macht stattdessen der Klimawandel zu schaffen, der auch in den Bergen spürbar wird. | Text BGR |
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gelber Enzian
Kennart
Botanischer Name
(Gentiana lutea L.)
Blüte
Juli - August
Bodenansprüche/Standort im Garten
Hoch- und teils auch Mittelgebirgslagen bis maximal 2500m in den Alpen; basische, tendentiell kalkreiche und wechselfeuchte Standorte, gerne sonnig Gefährdung: in den Bundesländern unterschiedlich, für Deutschland generell fällt er in die Kategorie 3 (gefährdet), wildlebende Populationen sind auch nach BArtSchV geschützt
Wissenswertes/Gefährdung
- Gelber Enzian wächst besonders gern auf Weideflächen, da er aufgrund der Bitterstoffe vom Weidevieh gemieden wird
- selbige Bitterstoffe zählen zu den bittersten Substanzen überhaupt- die Wurzel dient von alters her zur Schnapsherstellung, teils auch als appetitanregende Arznei.
Scheuchzer-Teufelskralle
Botanischer Name
Phyteuma scheuchzeri All.
(Glockenblumengewächse – Campanulaceae)
Blütezeit: Juni - Juli
Standort/Vorkommen
magere Standorte im Alpinen, bis 3600m; kalkhaltige, eher feuchte Böden
Gefährdung
nach IUCN nicht gefährdet, exemplarisch für die Schweiz ist aber ein deutlicher Rückgang zu erkennen
Name
benannt nach dem Schweizer Arzt und Naturforscher Johann Jakob Scheuchzer (1672-1733)
Wissenswertes
- wird u.a. von Wildbienen bestäubt, von denen sechs Arten auf diese Pflanze spezialisiert sind
- bei der Arznei-Teufelskralle handelt es sich um eine völlig andere Pflanze: Harpagophytum procumbens
| Text Kl
Aurikel
Primula auricuka L.
Blütezeit: April - Juni
Standort/Vorkommen
im Alpenraum und der Tatra, vom Tal bis in die Höhenlagen (max. 2900 m); benötigt kalkreiche Böden, wächst auch auf Geröll
Gefährdung
steht auf der Roten Liste als Kategorie 3, gefährdet und ist auch im Rahmen des Bundesnaturschutzgesetzes besonders geschützt
Name/Wissenswertes
- gilt als Eiszeitrelikt und findet sich auf der Fünfcentmünze von Österreich- die Pflanze ist in allen Teilen (haut-)giftig
- zuweilen wird auch die Garten-Primel als Aurikel bezeichnet.
Alpen-Edelweiß
→ erste Unterschutzstellung 1886 in Österreich (Jahrzehnte vor jeder anderen Art); in Deutschland bewachte von 1935-2007 die Allgäuer Bergwacht die Reststandorte zur Blütezeit
- DIE Alpenpflanze überhaupt stammt eigentlich aus den zentralasiatischen Steppen und ist erst nach der letzten Eiszeit eingewandert
- Die Blüte ist nur eine Schein-Blüte aus weißen Hochblättern.
- Die silbrige Behaarung hält Luftbläschen und dient als reflektierender Austrocknungsschutz
- Das Alpen-Edelweiß heißt auch in der englischen Sprache „edelweiss“
- In einigen Mittelgebirgen finden sich noch historische Anpflanzungen („Ansalbungen“)
Rispen-Steinbrech
Botanischer Name
Saxifraga paniculata Mill.
(Steinbrechgewächse - Saxifragaceae)
Blütezeit: Mai – August (variabel je nach Höhenlage)
Standort/Vorkommen:
Pyrenäen, Alpen und die Balkanhalbinsel, ebenso Norwegen und Island, einzelne Varietäten auch in Nordamerika; kalkreiche Böden, alpine Rasen und Felsflure bis in alpine Höhenlagen (im Wallis bis 3415m)
Gefährdung: gilt als ungefährdet
Wissenswertes:
- die Blätter sind oft mit einer hellgrauen Schicht überzogen
- es handelt sich bei aus Grübchen ausgeschiedenen Kalk
| Pflanzenbeschreibungen Text Kl, Foto BGR |
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