Kartoffel – Solanum tuberosum

Kartoffelknolle_M.BeckerUrsprünglich stammt dieses Nachtschattengewächs aus den Anden und gelangte Mitte des 16. Jh. über Spanien nach Europa. Etwa 100 Jahre später wurde die Kartoffel durch Verfügung von Friedrich d. Großen feldmäßig in Preußen angebaut und stellt heute mit ihren ca. 1000 Sorten ein wesentliches Nahrungsmittel dar.
Auf stickstoffsalzhaltigen, lehmig-sandigen Böden gedeiht die bis zu 70 cm hohe, krautige und behaarte Pflanze besonders gut.
Am Stängelende stehen in einem rispenartigen Blütenstand weiße, rosa-rötliche bis violette Blüten mit goldgelben, kegelig angeordneten Staubblättern. Die Früchte bilden kugelige, gelbgrüne Beeren.
Die wechselständigen Blätter sind gestielt und unregelmäßig gefiedert.
An langen unterirdischen Ausläufern sitzen die als Kartoffeln bezeichneten Knollen.
Wie kann es nun sein, dass die Kartoffel als Giftpflanze eingestuft wird und doch neben Weizen, Mais und Reis zu den bedeutendsten Weltnahrungsmitteln gehört?
In der Tat enthalten alle Teile dieser Pflanze hoch giftige Steroidalkaloidglykoside, (darunter versteht man komplizierte stickstoffhaltige ringförmige Verbindungen), besonders in den Blüten und in den Keimen der Knollen. Der Giftgehalt der Knolle ist vernachlässigbar gering. Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass bereits grün gewordene Kartoffeln vor der Verwendung gründlich geschält und Keime großflächig entfernt oder besser noch verworfen werden.
Symptome einer Vergiftung äußern sich in Kopfschmerzen, Erbrechen mit Durchfällen, z. Teil auch Fieber und Kreislaufkollaps.
| Text Hi 08.03.2022 | Foto © M. Becker |

Kartoffel Botanisch

Familie: Nachtschattengewächse / Solanaceae
Gattung: Solanum
Blütezeit: Je nach Sorte früh oder spät im Jahreslauf
Früchte: kugelig kirschengroß gelbgrün
Vorkommen: Ursprünglich Süd-Amerika, heute durch den Menschen weit verbreitet
Name: Kartoffel: zuvor Tartuffel, vom italienischen Tartufolo für Trüffel, dies wiederum von „terrar tuber“ für Erdknolle.
Weitere Namen: Erdapfel, Erdbirne, Grundbirne, Potaten
Wuchsform: Höhe bis über 100 cm, Blätter gefiedert dunkelgrün, Blüte weiß oder blau fünflappig
Vegetative Ausbreitung: Die Pflanze bildet knollentragende Ausläufer (Stolonen) aus.

Giftige Wirkung

Mit der Wahl der Kartoffel zur Giftpflanze des Jahres will der Botanische Sondergarten in Hamburg Wandsbek auf die Giftwirkung in den grünen Pflanzenteilen und Früchten aufmerksam machen. Keinesfalls soll dieser Titel den Verzehr der leckeren stärkehaltigen Knollen beschränken. Nehmen wir die Kartoffel als Botschafterin dafür, dass es mit wenigen Grundkenntnissen problemlos möglich ist, unfallfrei mit Giftpflanzen in Haus und Garten zu leben.

Verwendung in der Küche

Die Kartoffel ist heute als Grundnahrungsmittel nicht mehr aus Rezepten und Speisekarten wegzudenken.

Weitere Informationen

Literatur: Henry Hobhouse: Fünf Pflanzen veränderten die Welt - Cinarinde, Zucker, Tee, Baumwolle, Kartoffel. München: dtv, 1992.

Internet: Botanischer Sondergarten - Giftpflanze des Jahres, Hamburg Wandsbek — https://www.hamburg.de/wandsbek/gdj-2022-kartoffel/  

Textauszüge aus der o.g. Internetseite des Botanischen Sondergartens Wandsbek
| Me | 19.02.2022