Unterwegs mit Humboldt & Co.

Pflanzenjaeger_VBGDie Woche der Botanischen Gärten (8. bis 16. Juni 2019) beschäftigt sich dieses Jahr mit der Jagd nach dem grünen Gold. Mehr als 30 Botanische Gärten in Deutschland und Österreich beleuchten mit Themenführungen, Vorträgen und vor allem der Ausstellung „Forscher, Sammler, Pflanzenjäger – unterwegs mit Humboldt & Co.“ die Schicksale der Männer und Frauen, die als Pflanzensammler*innen in entlegenste Winkel der Erde vordrangen.

Dabei setzten sie nicht selten ihre Gesundheit und ihr Leben aufs Spiel: Ihre Geschichten erzählen von haarsträubenden Erlebnissen, moralisch fragwürdigen Methoden, tragischen Schicksalen. Alexander von Humboldt ist anlässlich seines 250. Geburtstages der Pate der Ausstellung. Obgleich der wissenschaftliche Rahmen seiner Studien ungleich breiter gesteckt war, erforschte und sammelte Humboldt mit seinem Begleiter Aimé Bonpland unzählige Pflanzen.

Die Ausstellung beleuchtet auf 15 großformatigen thematischen Tafeln neben den Akteuren der unterschiedlichen Epochen auch deren Motive für die Pflanzenjagd. Macht, Geld und wissenschaftliche Neugier waren die Haupttriebfedern – und sind es zum Teil noch heute. Monarchen schmückten sich mit exotischen Pflanzen, Kolonialmächte kämpften um Monopole auf profitable Nutzpflanzen, Orchideenjäger suchten die spektakulärsten Arten und Forscher die Erkenntnis.

In der männlich geprägten Sammler-Szene behaupteten sich auch immer wieder außergewöhnliche Frauen, denen eine eigene Tafel gewidmet ist. Über 30 kleinere Ausstellungstafeln in Form von Steckbriefen sind zudem einzelnen Pflanzenjägern und ihren grünen Schätzen gewidmet. Individuelle Landkarten zeigen dabei ihre Reiserouten und Sammelgebiete. Neben international bedeutsamen Persönlichkeiten beleuchtet die Ausstellung vor allem das Leben von Sammlern aus dem deutschsprachigen Raum. Zum vertieften Nachlesen ist in den teilnehmenden Gärten eine Broschüre erhältlich, die auf über 80 Seiten die Inhalte der Ausstellung sowie drei zusätzliche Essays zum Thema präsentiert.

Die Ausstellungstafeln werden im Botanischen Garten Rombergpark in der Rosenachse beim Pappelrondell und im Tasmanienhaus gezeigt. In den Pflanzenschauhäusern werden zusätzlich Forschercamps aus dem Wilden Westen, im brasilianischen Regenwald und im viktorianischen Zeitalter nachgebildet. Die Besucherinnen und Besucher können sozusagen direkt in die damaligen Lebens- und Arbeitsumstände eintauchen.

Die Entdecker-Steckbriefe hiergegen treffen die Besucher verteilt in der Parkfläche an.

Ausstellungen: Im Tasmanienhaus und Tropenhaus der Pflanzenschauhäuser | Mergelteichstr. 40 | 44225 Dortmund und in der Rosenachse (Nähe Pappelrondell)

Dauer: bis Ende September 2019

Eintritt:
Tasmanienhaus (Zugang über das Café Orchidee) und Plakatausstellung an der Rosenachse: frei
Forschercamps im Tropenhaus: Eintritt wie Pflanzenschauhäuser
Öffnungszeiten: siehe Tabelle unter Veranstaltungen
Kontakt: 0231 / 50-24 164 (Verwaltung Botanischer Garten Rombergpark)