Zum dritten Mal veranstaltete die Dayemi Gemeinschaft e.V. >> am 16. September 2018 im Botanischen Garten Rombergpark den Sponsorenlauf zugunsten des Projektes »Den Kindern zuliebe«. Mit diesem Projekt werden Waisenhäuser und Schulen in Bangladesch unterstützt.

Unser Mitglied und zweite Vorsitzende Andrea Wewer besuchte die Veranstaltung und hat dieses Erlebnis aus ihrer ganz persönlichen Sicht in Text und Bild festgehalten:

Der Rollstuhl-Run im Rombergpark –

ein paar ganz persönliche Eindrücke und Begegnungen

Heute ist der Rollstuhl-Run im Park und ich möchte dabei sein. Was erwartet mich wohl?

Über meine geliebte Lindenallee, vorbei an einem großen Feuerwehrwagen, nähere ich mich dem Hauptweg und schon schallt mir lautes Stimmengewirr entgegen, wie ein aufgeregtes Bienensummen.

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Angekommen, bei herrlichstem Wetter, stehen vor einer kleinen Bühne die Teilnehmer mit ihren Nummern auf der Brust: groß, klein, jung und alt, mit und ohne Rolli oder einem Spezialfahrrad, alle erwartungsvoll … Der Botschafter von Bangladesch erzählt, wie hilfreich der Erlös dieser Aktion der Dayemi Gemeinschaft e.V. in seinem Land ist. Waisenkinder bekommen ein Zuhause, Essen und Trinken, Schulbücher und die Möglichkeit zur Schule zugehen.

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Beim Warm-up bewegen wir uns alle mit zur Musik: wir singen, klatschen, hüpfen, fliegen und schwimmen mit den Armen. Dann geht es los … der Countdown läuft … 9 – 8 – 7 … schnell noch ein Foto vorher … 3 – 2 – 1 … LOS! Alle laufen, fahren, schieben los … allein, zu zweit oder in Gruppen … angefeuert vom Publikum. 

Dann ist es still.

Ich schlendere an den Ständen vorbei und komme in nette Gespräche, auch mit einigen Sponsoren. Es geht hier um eigenen Einsatz, um Engagement und wie wichtig es ist. Zwischendurch höre ich immer wieder frenetischen Beifall und laute Anfeuerungsrufe für die letzten Meter auf der Strecke: »Du schaffst es …« – »Weiter …« – »Ja …«. Zwei Jungen, so 6 -7 Jahre alt, geben ganz allein auf dem Weg ihr Letztes, um noch schneller über die Ziellinie zu kommen. Welch ein Strahlen auf den Gesichtern, nach 1,5 km in diesem herrlichen Park. Und die Sonne lacht.

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Da entdecke ich eine glücklich, strahlende Rollstuhlfahrerin, allein und mitten auf dem Platz. Ich spreche sie an: »Sie haben da aber einen Porsche …« und lache. »Nein, ein Cabriolet.«, erwidert sie schlagfertig. Wir kommen ins Gespräch und sie erzählt mir stolz, sie sei die Erste geworden über 5 km. Dann wird es doch nochmal ernst. Es ärgere sie, dass so viel Müll überall auf dem Boden liegt. Also fährt sie nun regelmäßig mit ihrem Rollstuhl und einem Beutel zwischen den Beinen durch Aplerbeck und sammelt den Müll auf. Alle Achtung, denke ich und sage ihr wie anerkennenswert das ist. Lachend und nach einem Foto verabschieden wir uns.

Mit berührender, leicht melancholischer Musik im Ohr, die eine kleine Band auf der Bühne spielt, wandere ich über »meine« Lindenallee zum Auto. Es war ein schöner, fast familiärer Tag im Rombergpark. Ja … das Schöne muss man nur sehen … ob Mensch oder Pflanzen oder … :-)

Eure Andrea Wewer

Video

Und hier können Sie noch ein kurzes Video vom Start ansehen: