Keuschlamm oder Mönchspfeffer (Vitex agnus catus L.) 

Beheimatet ist dieser sommergrüne, locker aufrecht bis zu 6 m hoch wachsende Strauch im Mittelmeergebiet und weiter östlich bis nach Mittelasien. Er begleitet dort meist Flüsse in Auwäldern an bevorzugt frostfreien Standorten.
Die vierkantigen graufilzigen Triebe duften beim Verreiben stark aromatisch. Die gegenständig angeordneten Blätter besitzen eine handförmige Spreite mit 5-7 schmal lanzettlichen, 5-10 cm langen, an der Unterseite grauweiß filzigen Blättchen.
In endständigen, langen Scheinähren bilden sich im Spätsommer duftende Lippenblüten, rosa, blau bis violett variierend.
Die kleinen kugeligen, fleischigen Früchte sind dunkel olivgrün, schmecken scharf und dienen als Pfefferersatz.
In ihnen ist ein Gemisch unterschiedlicher chem. Verbindungen wie Flavonoide, Glykoside des Luteolins und Iridoids, ätherische Öle mit Terpenen, dem Bitterstoff Castin sowie fettes Öl mit Linolsäure enthalten.
Die therapeutischen Haupteinsatzgebiete sind die Behandlung der Mastodynie (Schmerzen der weibl. Brust) und des prämenstruellen Syndroms (Beschwerden im Vorstadium der Menstruation). Weiterhin kann eine Behandlung bei unregelmäßigen Menstruationszyklen von Nutzen sein.
Der Mönchspfeffer trägt auch den Namen Keuschlamm als ein Symbol der Keuschheit. Beide deutsche Namen geben auch einen Hinweis auf die frühere Verwendung. Das Gewürzpulver aus dem Samen diente zur Unterdrückung des sexuellen Triebes bei Mönchen. Die Sinnenlust abkühlende Wirkung machten sich auch Nonnen zunutze.
Interessant ist auch eine noch heute technische Verwendung. Die sehr biegsamen Zweige werden in Griechenland zum Flechten von Körben genutzt.

| Hi | 08.03.2022

Mönchspfeffer Botanisch

Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
Gattung: Vitex
Blütezeit: Die Pflanze trägt im Frühherbst zartblaue Blüten, die in langen, attraktiven Blütenständen angeordnet sind.
Vorkommen: Mittelmeerraum. In Deutschland muss die Pflanze im Winter geschützt untergestellt werden.
Name: Den Früchten der Pflanze wurde eine Lust-dämpfende Wirkung zugesprochen, die heute aber nicht wissenschaftlich bewiesen ist.
Aus diesem Grund wurden die Früchte auch in den Männerklöstern gegessen, und weil sie einen sehr würzigen, leicht scharfen Geschmack haben, wurden sie auch als Pfefferersatz verwendet, daher der Name Mönchspfeffer.
Wuchsform: Es ist ein drei bis fünf Meter hoher, dicht verästelten Strauch. Die langen Fiederblätter sind fünf- bis siebenfach geteilt und ähneln den Hanfblättern. 

 

Die Arzneipflanze des Jahres 2022 wurde von der Forschergruppe Klostermedizin ausgewählt.

http://www.welterbe-klostermedizin.de/index.php/arzneipflanzen/101-keuschlamm-oder-moenchspfeffer-vitex-agnus-castus

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| Me | 19.02.2022