Schon gewusst?

Beton kann der Grundstoff für einen Naturgarten sein!

Sie haben um- oder angebaut und es blieben (Beton)-Mauerreste oder Steine übrig? Diese einfach auf einen Haufen schichten, etwas Erde darüber geben und hin und wieder den Rasenschnitt darauflegen. Schnell siedeln sich hier Trockenrasenpflanzen an, die in den gut gedüngten Gärten kaum noch einen Platz finden. Außerdem ist ein solcher "Schutthügel" ein wahres Paradies für viele Tiere: Eidechsen, Blindschleichen und bodenbrütende Vögel fühlen sich hier besonders wohl. Und diese helfen uns dann wieder bei der Gartenpflege: fressen Schnecken, Insekten usw. - (Inhaltlich zusammengestellt auf Basis eines Artikels in der Gartenzeitschrift FLORA, Ausgabe 11/90)

Unkraut gibt es nicht!

Vor der Entwicklung ausgedehnter Kulturflächen war die Bezeichnung "Unkraut" unbekannt. Erst mit dem gezielten Anbau von Nutzpflanzen durch den Menschen wurden die Wildpflanzen an diesen Standorten zu Konkurrenten - und die Bekämpfung begann.  -  Im botanischen Sinn als Pflanzenklasse gibt es keine Unkräuter. "Unkraut" sind alle die Pflanzen, die auf gärtnerisch und landwirtschaftlich genutzten Flächen wachsen, obwohl sie dort nicht absichtlich ausgesät worden sind. Stehen z. B. einzelne Gerstenpflanzen in einem Rapsfeld, so wird diese Nutzpflanze dort zu einem Unkraut, denn sie tritt mit den angebauten Rapspflanzen in Konkurrenz um Nährstoffe und Raum. - Für Jahrtausende gab es nur eine Möglichkeit, der Unkräuter Herr zu werden: das Jäten oder Hacken. Erst vor etwa 100 Jahren "erfand" man die chemische Unkrautbekämpfung. Heute werden rund zwei Drittel aller landwirtschaftlich genutzen Flächen mit Unkrautbekämpfungsmitteln - den sog. Herbiziden - behandelt. -  (Inhaltlich zusammengestellt auf Basis eines Artikels in der Gartenzeitschrift FLORA, Ausgabe 4/88)

Der Ackerrand - ein gesundes Biotop

Wenn Randstreifen entlang von Äckern und Feldern nicht mit Unkraut- oder Insektenvernichtungsmitteln behandelt werden, entwickeln sich dort in kürzester Zeit artenreiche Wildpflanzengesellschaften. Hier finden zahlreiche nützliche Insekten und Spinnen, vor allem Blattlausräuber, Unterschlupf. Das könnte bestimmte Insektizide auch auf den Äckern reduzieren. Für die Gärtner unter uns: Nicht alle Wege müssen unkrautfrei sein. Auch im Garten gibt es Plätze, wo man ruhig das Un-Kraut wachsen lassen kann. Diese Plätze locken Nützlinge an - und die sind im Garten hochwillkommen! - (Inhaltlich zusammengestellt auf Basis eines Artikels in der Gartenzeitschrift FLORA, Ausgabe 6/90)

Fotos: Ch. Göertz

Ohne Brennnesseln kein Leben für Schmetterlinge

Wer Schmetterlinge in seinen Garten locken will, muss ihnen Lebensraum und Nahrung bieten: Wildstauden, Kräuter und Brennnesseln. Wichtig sind aber auch Futterpflanzen für die Schmetterlingsraupen. Die schönsten Tagfalter wie Admiral, Tagpfauenauge, Landkärtchen, Distelfalter und Kleiner Fuchs z. B. legen ihre Eier nur auf die Brennnessel, eine von den meisten Gärtnern eher ungeliebte Pflanze. Diese siedelt sich bevorzugt auf und neben dem Komposthaufen an. Lässt man sie dort wachsen, gibt es auch bald Schmetterlinge im Garten. Schon 1 qm genügt. Brennnesseln bleiben als Starkzehrer an Standorte mit einem hohen Stickstoffgehalt gebunden und säen sich somit nicht großflächig aus. - Zu den von Schmetterlingen gern besuchten Nektarpflanzen auf einer Blumenwiese gehören: Wilder Majoran (Oreganum vulgare), Thymian (Thymus serpyllum), Scabiosen-Flockenblume (Centaurea scabiose), Bergflockenblume (Centaurea montana), Margerite (Chrysanthemum leucanthemum) und viele Nelkenarten (z. B. Dianthus carhusianorum). - Schon ein kleines Beet mit dieser Pflanzenkombination bietet den meisten Tagfaltern einen optimalen Lebensraum und hilft ihnen zu überleben. -  (Inhaltlich zusammengestellt auf Basis eines Artikels in der Gartenzeitschrift FLORA, Ausgabe 7/90)