Moosfarne- und was steckt dahinter?

Vortrag im Café Orchidee überraschte die Besucher mit vielen Erkenntnissen aus der Biogeografie 

Um ein Verständnis und einen Einblick zu bekommen, was man weithin unter den "Moosfarnen" (Selaginella) vermuten kann, dazu muß man unbedingt den hoch interessanten Vortrag von Dr. Christian Schulz gehört und gesehen haben. Darüber waren sich die ca. 20 Besucher am Sonntagabend nach dem reich bebilderten Referat einig.
Die Themen waren gegliedert in "Arten", "Vielfalt", "Mophologie", "Fernausbreitung" und "Zeitreise". 
Gesehen haben sie sicher schon die meisten Menschen, die einigermaßen aufmerksam durch die Natur streifen, obwohl es nur 5 Arten in Europa gibt von insgesamt 800 weltweit. Hauptheimat sind die tropischen Gebiete. Die mitteleuropäischen Arten wachsen vor allem in lückigen Rasen, an Felsen und Mauern. Wenige Arten sind an Trockenstandorte angepasst. Ein Beispiel dafür ist die Unechte Rose von Jericho (Selaginella lepidophylla) aus Mittelamerika, deren Sprosse sich bei Trockenheit einrollen.

    
Dr. Chr. Schulz bei seinem Vortrag                                 Einige Praktische Beispiele präsentierte Dr. P. Knopf und
                                                                                       zum Schluß folgten zusätzliche Erklärungen im Kohlehaus.

Weit in die Vergangenheit wurde der Blick auf die Bärlappartigen Moosfarne gelenkt , vor 420 Mio Jahren. Die Entwicklung der Pflanzenarten einer völlig anderen Welt  mit total andersartiger Erdmassenverteilung und mehreren Eiszeiten, die jeweils zu bis zu 80 % Pflanzen und Tiere sterben ließen und wiederum zu totalen Veränderungen und wiederum Erneuerungen führten, wurden verdeutlicht durch anschauliche Beispiele in Form der Bilder. Aus diesem dargestellten Zeitablauf konnten sich Blütenpflanzen "erst" vor ca. 145 bis 60 Mio Jahren entwickeln. Großer Beifall bedachte zum Schluß der spannenden Ausführungen den Referenten und dessen anschaulichen Vortrag.
Nach Abschluß des Vortrags wurden bei einer Führung durch das Kohlehaus des Botanischen Gartens einige vorhandene anschauliche Beispiele gezeigt, u.a. auch zwei Relikte aus grauer Vorzeit: Die Versteinerungen von zwei Schachtelhalmen.

Fotos: E. Hoffmann