Kleiner historischer Überblick

Der Botanische Garten Rombergpark, Dortmund — eine historische gewachsene Anlage mit Spuren aus mehreren Jahrhunderten


Zu Beginn des letzten Jahrhunderts wurde der Schlosspark um das Haus Brünninghausen im englischen Landschaftsstil gestaltet. Ab 1818 entwickelte der Königliche Hofgärtner Maximilian Friedrich Weyhe auf Wunsch von Gisbert von Romberg den Park des Schlosses Brünninghausen zu einem englischen Landschaftspark. Heute ist das Torhaus von 1681 nicht das einzige historische Relikt, das an das ehemalige Schloss erinnert. Darüber hinaus findet man eine Reihe alter Bäume. Bemerkenswert sind hier vor allem die alten Platanen am großen Teich, die Blutbuche auf der Bastei und die Farnblättrige Buche. Weiter beachtenswert ist die in 1822 gepflanzte und um 1900 erneuerte, verjüngte Lindenalle. Sie war und ist Foto- und Malermotiv für zahlreiche Künstler.


Der Eingang des im Jahre 1887/1888 errichteten Botanischen Schulgartens
an der Beurhausstraße, 
als Postkarte im Jahr 1908

Als Keimzelle des Botanischen Gartens wurde nach der Zustimmung der damaligen Stadtverordneten im Jahre 1887 der erste Botanische Schulgarten mit einer Fläche von 5500 qm neben dem damaligen Luisenhospitel (spätere Städt. Kliniken) an der Beurhausstraße gegründet. Schon 1927 wurde dieser aus Platzgründen aus der Innenstadt in den damaligen Schlossgarten, jetzt Rombergpark, verlegt.

Bereits 1945 bestanden neben dem historischen engl. Landschaftspark, der Botanische Schulgarten, ein Rhododendronhain (von 1927) und das von Gartendirektor Richard Nose geschaffene Arboretum (1930). Der Park war zu dieser Zeit von landwirtschaftlichen Nutzflächen des Romberg'schen Gutshofes umgeben.

Auf der Website des WDR-Projektes »Digit« findet man ein circa 1-minütiges Privatvideo, das einen Spaziergang im Rombergpark im Jahre 1930 zeigt. Hier ist auch für einen kurzen Moment das noch intakte Schloss zu sehen. Ein weiteres »Digit«-Privatvideo von rund zweieinhalb Minuten zeigt teilweise wie eine Familie den Botanischen Schulgarten in den 1950ern besucht.

Ab 1950 entstanden weitere Parkflächen unter dem damaligen Leiter des Botanischen Gartens Gerd Krüssmann. Er baute den Rombergpark als Botanischen Garten mit dem Schwerpunkt der Baum- und Gehölzsammlungen (Arboreten) auf. Mit den Arboreten erlangte der Botanische Garten Rombergpark weltweite Anerkennung und ließ Dortmund in Dendrologenkreisen (Dendrologe = Forscher, Wissenschaftler und Fachleute der Gehölzkunde) bekannt werden. Unter Gerd Krüssmann wurde der gesamte Park, wie es typisch war für diese Zeit, im Sammlerstil bepflanzt. Mit anderen Botanischen Gärten (ca. 1700 in aller Welt) wurde ein internationaler Austausch mit Pflanzen und Sämereien begonnen.

Heute zeigt der Botanische Garten Schaugärten mit speziellen Themen, Arboreten und Pflanzenschauhäuser, die eine Ausstellungsfläche von ca. 1000 m² unter Glas mit Bepflanzungen verschiedener Klimazonen der Erde bieten.

Eine besondere ökologische Note erhielt die gesamte Parkanlage des Botanischen Gartens in den Jahren ab 1974 von Dr. Otto Bünemann, Leiter des Botanischen Gartens. Er bezog das Thema »Zurück zur Natur« in die Gestaltung vieler Parkteile ein. So wurde die große Talwiese wieder zu einer landwirtschaftlichen Blumen- und Heuwiese umgewandelt. Ein besonderes Anliegen war die Verbindung des Zusammenhanges Mensch, Pflanze und Ökologie. Durch den Aufbau des Schulbiologischen Zentrums (seit 1980, heute eine Einrichtung des Schulverwaltungsamtes) und den biologischen Unterricht im Botanischen Garten wurde diesem Gedanken Rechnung getragen.

In den Folgejahren wurden die Sammlungsgärten erweitert, eine Clematis-(Waldreben-)Sammlung aufgebaut und die weltweit größte künstliche Moor-Heide-Anlage gebaut. Seit 1995 widmet sich der Leiter des Botanischen Gartens, Heribert Reif, intensiv der längerfristigen Erhaltung der wertvollen Baum- und Gehölzarten. In Zusammenarbeit mit anderen Botanischen Gärten, Baumschulen und Gärtnereien aus aller Welt werden die vorhandenen Baumarten, Wildformen und gärtnerischen Ziergehölz-Sortimente dem aktuellen Stand der Sortenkunde angepasst.

Besonders seltene Gehölzarten und schöne Einzelbäume werden aus der zunehmenden Verbuschung und Verwaldung des Parkes freigestellt und dadurch in ihrem Bestand gesichert. Zum Teil werden auch Pflanzen durch Verjüngungs- und Vermehrungstechniken von Gärtnern zu neuen jugendlichen Pflanzen herangezogen und somit das genetische Potential gesichert. Außerdem werden die vorhandenen Bestandslisten überarbeitet und mit Neuheiten ergänzt. 1978 wurde der Freundeskreis des Botanischen Gartens Rombergpark gegründet, der das Ziel hat, die Arbeiten und Aufgaben des Botanischen Gartens zu unterstützen und zu fördern. Der Verein mit mittlerweile über 460 Mitgliedern hat am 17. Mai 2008 im Rathaus der Stadt Dortmund gemeinsam mit 20 weiteren Vereinen und Institutionen der Dortmunder Garten- und Parklandschaften sein 30-jähriges Jubiläum gefeiert. (Siehe auch Veranstaltungen und Berichte.)
Seitdem wird jährlich der »Tag der grünen Vereine« veranstaltet.