aus dem Botanischen Garten Rombergpark

Diese Rubrik enthält kürzere Neuigkeiten, die sich über das Jahr hinweg ergeben und somit eine gewisse Rückschau über Entwicklungen im Botanischen Garten und im Verein ermöglichen. Detailliertere Ausführungen über Veranstaltungen und Ereignisse mit Fotoserien finden Sie unter Veranstaltungen/Berichte.

10. Oktober 2018

Kunstvolle Pflanzengitter für den Rombergpark: Schweißer aus Plovdiv verschönern Botanischen Garten

Drei Kunstschweißer aus dem bulgarischen Plovdiv sind derzeit im Botanischen Garten Rombergpark zu Gast: Im Auftrag der Stadt Dortmund fertigen sie 40 dekorative, mit Insekten verzierte Rankgerüste für den Clematisgarten im Rombergpark sowie für die Kletterrosen im Westfalenpark an.

Kunstschweisser_Stuedemann_Foto-BommDas Projekt ist Teil einer Kooperation, die die Stadt Dortmund mit Plovdiv in Vorbereitung auf 2019 eingeht: Im kommenden Jahr ist die zweitgrößte Stadt Bulgariens Europäische Kulturhauptstadt. Die Initiative für den Einsatz der Bulgaren in Dortmund geht zurück auf einen Besuch des Dortmunder Kulturdezernenten Jörg Stüdemann in Plovdiv. Er wurde im Stadtteil Stolipinovo auf die Arbeit der Kunstschweißer aufmerksam und vermittelte sie an Botanischen Garten und Westfalenpark, wo gerade neue Rankgitter benötigt wurden. (Foto: B. Bomm)

Aus Stolipinovo stammen viele Roma, die in den vergangenen Jahren aus Bulgarien nach Dortmund gekommen sind.
Nach knapp drei Wochen ist die Arbeit der bulgarischen Kunsthandwerker nun beendet. Silberne Libellen und Schmetterlinge sitzen auf filigranen Rankhilfen, eine Raupe kriecht hinauf, Marienkäfer und andere Insekten bevölkern die Pflanzgitter, die es so nirgends zu kaufen gibt. Und sie fallen nicht nur dank ihrer tierischen Dekoration ins Auge – auch die stählernen Gerüste selbst sind kleine Kunstwerke. Einige bestehen aus kunstvoll in- und übereinander verschachtelten Pyramiden, andere haben die Form von Blättern und Halmen oder ragen wie eine Pfeilspitze gen Himmel.

»Wir haben nicht nur einzigartige Rankgerüste bekommen, sondern sogar einen Skulpturengarten«, sagt Dr. Patrick Knopf, Direktor des Botanischen Gartens Rombergpark. »Gerade die fedrigen Fruchtstände der Clematis werden wunderbar mit dem rostigen Stahl korrespondieren.« Bei der nächsten Clematis-Blüte im Mai wird sich die »Königin der Kletterpflanzen« im romantischen Clematisgarten des Botanischen Gartens bereits um die neuen Rankhilfen winden. Bislang rankte die Clematis an provisorischen Zäunen und eher schmucklosen Gittern.

Vasil Kostov, Mitko Stoyanov, und Ivan Angelov arbeiten zum ersten Mal in Deutschland, und auch die Arbeit an Pflanzgerüsten ist ihnen neu – in ihrer Heimat fertigen sie vor allem Ziergitter für Fenster, Türen und Balkone an. »Es ist eine Ehre für uns, in Deutschland und für einen so großen Park arbeiten zu dürfen«, sagt Ivan Angelov.

Zu den Zielen der Europäischen Kulturhauptstadt 2019 in Plovdiv gehört es unter anderem, (ethnische) Minderheiten zu integrieren, verschiedene soziale Gruppen zusammenzubringen und Grenzen zu überwinden. Einige Projekte im »FUSE«-Programm von Plovdiv 2019 gelten speziell dem strukturschwachen Stadtteil Stolipinovo. Mehr dazu: https://plovdiv2019.eu/en/platform/fuse

Pflanzgitter-Libelle_Gorecki_web Pflanzgitter_Detail_Gorecki_web

Fotos: Roland Gorecki, Dortmund Agentur. Auf dem Foto (v.li.): Vasil Kostov, Mitko Stoyanov, und Ivan Angelov.
Autorin: Katrin Pinetzki, Stadt Dortmund

 
4. Oktober 2018

Eine Dünenlandschaft im Ruhrgebiet

15_Duenenlandschaft_Einweihung_4-10-2018_BegehungDer Botanische Garten Rombergpark ist um eine außergewöhnliche Besonderheit reicher geworden: die größte, künstliche Dünenlandschaft eines Botanischen Gartens mit ihrer typischen Pflanzenwelt wird ab sofort angrenzend zur Moor- und Heidelandschaft präsentiert.

Rund vier Monate hat das Ausbildungsteam des Westfalenparks am Bau der Dünenlandschaft gearbeitet und das Ergebnis ist mehr als sehenswert: Eine Steganlage aus recyceltem Kunststoff in täuschend echter Holzoptik, nordische Findlinge am Wegesrand, ein herrlich knirschender Muschelweg und tonnenweise Sand in weiß, grau und braun prägen die natürlich wirkende Landschaft im Rombergpark. Ein »gestrandetes Boot«, die Blue Berry, überrascht den Besucher hinter der ersten Wegbiegung. Die genaue Gestaltung der Anlage entwickelte sich erst während des Baus aus den Gegebenheiten der Umgebung heraus, wie Dr. Knopf in seiner Eröffnungsansprache erklärte. Damit konnten die Auszubildenden ihre eigenen Ideen miteinbringen.

Fast 2.500 Quadratmeter umfasst die neue Landschaft und wird Heimat von über 100 Pflanzenarten, teilweise seltener Arten, werden: Strandhafer und -roggen, Strandflieder, Besenheide und Krähenbeere sind darunter. Die verschiedenen Farben des Sandes von weiß über grau bis braun ergeben sich im natürlichen Umfeld aus dem Grad der Humizifierung des Bodens. Die »braune« Düne weist somit schon deutlich mehr Humus im Sand auf, entsprechend siedeln sich mit der Zeit hier auch andere Pflanzen an, als auf der hohen Weißdüne. Theoretisch kann sich aus einer Braundüne später ein Hochmoor entwickeln. All das wird in »unserer« neuen Dünenlandschaft zu Anschauungszwecken zwar künstlich angelegt, doch wird alles einmal sehr natürlich wirken, erst recht mit den beiden eigens angelegten Verbindungswegen zur Moorlandschaft. In Zukunft sollen Informationstafeln den botanisch interessierten Besuchern diese ganz eigene Pflanzenwelt näher bringen. Man kann sich hier aber auch einfach »verzaubern« lassen und den Anblick dieser ganz anderen Welt nur zur Erholung genießen.

Finanziell unterstützt wurde der Bau der Anlage mit einer überaus großzügigen Spende von 25.000 Euro durch die Dr. Gustav Bauckloh Stiftung >>, die sich dem Natur- und Tierschutz verschrieben hat.

Wichtiger Hinweis: Bitte bleiben Sie auf den Wegen und klettern Sie nicht die Dünen hinauf – auch Kinder und Hunde dürfen die Wege nicht verlassen! So wie die natürlichen Dünen unserer Küsten sind auch unsere künstlich angelegten Dünen und deren Bepflanzung empfindlich. Helfen Sie mit, dieses besondere Kleinod für alle Besucher zu erhalten und zu schützen.

Wo befindet sich die neue Dünenlandschaft?

PlanRombergpark_2014_DuenenlandschaftDie Sanddünen im Rombergpark liegen angrenzend zur Moor- und Heidelandschaft, zwischen der Zufahrtsstraße zum Betriebshof und der Moorlandschaft. Es gibt zwei neu angelegte Verbindungswege vom Moor zur Dünenlandschaft und einen neuen Zugang zu Fuß von der Zufahrtsstraße des Betriebshofes, gegenüber der Johanniter-Klinik bzw. neben der Einfahrt Parkplatz Torhaus, der direkt durch ein Törchen in die Dünenlandschaft leitet. Dazu gehen Sie die Zufahrtsstraße ein Stück hinauf und sehen rechts den neuen Eingang in der Hecke.

Von der Lindenallee kommend gehen Sie »nach oben« (Westen) Richtung Englisches Staudenbeet, überqueren das Staudenbeet geradeaus durch das Tor in der Eibenhecke in Richtung Kräutergarten/Bienenlehrstand und die nächste Möglichkeit gehen Sie rechts Richtung Moor- und Heidelandschaft. Von da aus können Sie entweder durch das Moor in die Dünen gelangen oder rechts den Hauptweg bis ans Ende und dann links den Eingang in die Dünenlandschaft nehmen.

Wir haben einige Eindrücke der Einweihung für Sie im Bild festgehalten:


17. September 2018

Dortmund und die Seychellen vereinbaren Kooperation ihrer Botanischen Gärten

Vertrag_Seychellen_Dortmund_Bot-Garten---122Nun ist die internationale Zusammenarbeit des Botanischen Gartens Rombergpark und der National Botanical Garden Foundation (NBGF) der Seychellen offiziell besiegelt: Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau und der Vorstandsvorsitzende der NBGF Raymond Brioche unterzeichneten am 17.09.18 im Kakteenhaus einen Partnerschaftsvertrag.

Die Idee und erste Gespräche dazu entstanden im November 2017 während eines Seychellen-Aufenthalts von Parkdirektor Dr. Patrick Knopf, der Kontakt zum dortigen Botanischen Garten aufnahm. Der Partnerschaftsvertrag regelt den Austausch von Pflanzen zwischen den Botanischen Gärten ebenso wie die wissenschaftliche Forschung und Zusammenarbeit und auch den gärtnerischen Austausch: So können Gärtner und Studenten im Rombergpark zukünftig hospitieren. Die Mitarbeiter beider Institutionen freuen sich nun auf die gegenseitige Bereicherung.

Die Inseln der Seychellen beherbergen zahlreiche Pflanzenarten, die nur dort vorkommen, und sind als beliebtes Reiseziel auch den Deutschen bekannt. Raymond Brioche sprach in seiner Rede unter anderem davon, dass deutsche Touristen schon seit Jahren unter den Zahlen der Top 5 zu finden sind. Als botanische Besonderheit hob er besonders die Seychellenpalme (Lodoicea maldivica) hervor, das Wahrzeichen der Seychellen, die nicht wie vermeintlich an den allseits bekannten Traumstränden der Inseln wächst, sondern im Innern des Landes in den Wäldern. Sie ist in ihrer Verbreitung als »stark gefährdet« eingestuft. Ein Exemplar eines getrockneten, männlichen Blütenstandes überreichte Raymond Brioche unserem OB Sierau als Geschenk und erläuterte einige Besonderheiten zur Fortpflanzung dieser Palmenart. Die Palme ist zweihäusig getrenntgeschlechtlich, das heißt männliche und weibliche Blüten wachsen auf getrennten Pflanzen. Die weiblichen Blüten sind (wie bei uns Menschen) nur einige Tage fruchtbar und müssen in dieser Zeit vom männlichen Pollen bestäubt werden. Das mitgebrachte Exemplar des männlichen Blütenstandes wurde von Herrn Dr. Knopf den anwesenden Gästen zum »Beschnuppern« gereicht, denn bekannt und somit immer mit einem Schmunzeln bedacht ist die Tatsache, dass dieser nach »Herren-Urinal« riecht – wovon sich alle Anwesenden selbst überzeugen konnten.

Die Nuss der Seychellenpalme ist der größte bekannte Same der Pflanzenwelt. Eine leere Seychellennuss konnte Herr Dr. Knopf bereits im November 2017 von seinem Aufenthalt mitbringen, ganz offiziell mit Zertifikat, denn die Palmenart und damit auch ihre Samen sind geschützt. Das mitgebrachte Exemplar wird zur Zeit im Kakteenhaus ausgestellt – auch dieser Pflanzenteil erinnert an einen menschlichen Körperteil (s. auch Fotostrecke unten, Herr Brioche gab einige Erläuterungen dazu). Ein Forschungsziel, das künftig mit Dortmund gemeinsam bearbeitet werden könnte, ist das Erkennen der Geschlechtlichkeit der Pflanze, die sich aus der Nuss entwickelt. Denn bis jetzt lässt sich nicht vorhersagen, ob aus einem Samen eine männliche oder eine weibliche Pflanze heranwächst.

Oberbürgermeister Ullrich Sierau gab in seiner Rede unter anderem seiner ganz persönlichen Freude über den Partnerschaftsvertrag Ausdruck, denn die Seychellen sind auch für ihn und seine Familie ein beliebtes Urlaubsziel und nannte Herrn Brioche den »Vertreter des Paradieses«. Aber auch über die Wahl der Seychellen, ausgerechnet mit Dortmund eine Kooperation einzugehen, zeigte sich Herr Sierau sehr dankbar und hocherfreut und führte dies natürlich auf die gute Arbeit und hervorragenden Fähigkeiten des Netzwerkens von Herrn Dr. Knopf zurück.

Vertreter der Stadt Dortmund, des Bezirks Hombruch, des Zoos, der Dortmunder Museen sowie der »grünen Vereine«, einschließlich der Freunde und Förderer des Botanischen Gartens Rombergpark e.V., waren eingeladen, bei der Vertragsunterzeichnung anwesend zu sein. Einige Eindrücke der Veranstaltung sehen Sie in unserer Fotostrecke:


20. August 2018

Fast 5.300 Titanenwurz-Fans besuchten »Turbo-David«

David_3_Phasen

Die Dortmunder Titanenwurz »Turbo-David« hat sich am Wochenende eine riesige Fangemeinde »erblüht«. Exakt 5.296 Besucherinnen und Besucher waren live bei dem Spektakel dabei! (Anm.: in der Zeit vom 11.08. bis einschließlich 19.08.)

Dr. Patrick Knopf, Direktor des Botanischen Gartens Rombergpark: »Wir sind besonders stolz, dass unsere Titanenwurz so jung geblüht hat - noch nicht mal 35 Monate hat es gedauert. Und wir freuen uns, dass so viele Besucherinnen und Besucher dieses freudige Ereignis mit uns erlebt haben. Ich bin schon jetzt sehr gespannt, wie groß ,Turbo-David‘ bei der nächste Blüte sein wird!«

Am frühen Freitagnachmittag ging alles ganz schnell. Das tief-burgunderrote Hüllblatt von Titanenwurz »Turbo-David« öffnete sich schon vor 13 Uhr und gab zum ersten Mal den Blick ins Innere des Blütenstandes frei. Eigentlich etwas zu früh, hatte man die Öffnung doch erst für den späteren Nachmittag erwartet. Umso mehr freuten sich die Besucherinnen und Besucher, die schon vor Ort waren.

Nach dem Startschuss gab es kein Halten mehr: Um 17 Uhr verlief die Warteschlange schon durch die gesamten Gewächshäuser. Immer mehr Fans reihten sich ein, so dass die Schlange vor dem Kassenhäuschen schließlich über 150 Meter lang war. Und das bis tief in die Nacht hinein!

»Die Stimmung bei den Wartenden war gut – es wurde gescherzt und gelacht. Einige hatten sich Verpflegung mitgebracht. Schließlich galt es, bis zu zweieinhalb Stunden Wartezeit überbrücken. Diese fröhliche und gelassene Atmosphäre wird mir immer in Erinnerung bleiben«, so Dr. Knopf weiter.

Währenddessen öffnete sich im Inneren des über 30° Grad Celsius warmen Gewächshauses die Titanenwurz immer weiter. Deutlich war der Geruch nach Aas oder Kadaver zu riechen. Die Fliegen kreisten um den Blütenstand und sammelten sich dort. 

Noch weit nach Mitternacht standen zahlreiche „Turbo-David“-Fans an, um das Blütenschauspiel zu erleben. Erst um halb drei Uhr morgens wurde die Warteschlange deutlich kürzer und die letzten verließen nach drei Uhr die Pflanzenschauhäuser. 

Für »Turbo-David« nur eine kurze Verschnaufpause, denn am Samstagvormittag 10 Uhr warteten schon die nächsten Besucherinnen und Besucher am Eingang. Noch am Vormittag schloss sich die Blume wieder und steht seitdem immer noch aufrecht da. Sie ist immer noch prachtvoll anzusehen.

Auch hier gibt »Turbo-David« ordentlich Gas: Die aufrechte Haltung ist gar nicht so oft der Fall, denn häufig knickt der Osmophor viel früher ein. 

Jetzt bleibt »Turbo-David« erstmal an seinem Platz im Gewächshaus. Bald wird der Blütenstand dann vollständig verwelken und die Knolle wird eine Ruhezeit durchmachen.

In einigen Monaten erscheint ein neues Blatt, welches die Knolle ernährt. Und dadurch wird sie auch wieder Gewicht zulegen, denn die Blüte hat bestimmt zwei bis drei Kilogramm der Knolle verbraucht. 

Mit wachsender Knolle wird auch der nächste Blütenstand viel größer. Aber bis dahin dauert es noch – drei bis fünf Jahre sind der Durchschnitt. Ob »Turbo-David« so lange warten will? 

Autor/in: Anke Widow, Stadt Dortmund, Tel.: 0231/ 50 - 2 21 35
Fotos (3 Phasen): S. Seichter, Freundeskreis

Infos zum Verlauf der Blühphase auf der Seite über unsere Titanenwurz


1. Juli 2018

Wildes Dortmund: Hermann Hirsch stellt Fotos im Botanischen Garten Rombergpark aus

H_Hirsch_KleiberEin »Wildes Dortmund« ist ab Sonntag, 1. Juli im Botanischen Garten Rombergpark zu sehen: Hermann Hirsch präsentiert bis in den Herbst seine gleichnamige Fotoausstellung mitten im Park. In 15 großformatigen Bildern zeigt der Naturfotograf teils abstrahierte Einblicke mit neuartigen Perspektiven in heimische, oft übersehene Lebensräume. Gezeigt wird die barrierefreie Ausstellung rund um den Großen Weiher und in den Waldbereichen nahe des Hauptwegs im Botanischen Garten Rombergpark. Die frei zugängliche und kostenlose Ausstellung wird ermöglicht durch eine Spende der Dr. Gustav Baukloh-Stiftung. Eröffnet wird sie durch den Künstler und Vertreter der Stiftung sowie der Stadt Dortmund am Sonntag, 1. Juli, 14 Uhr nahe des Eiskellers.

Über Hermann Hirsch

Hermann-HirschMit dem Fotografieren der heimischen Natur begann Hermann Hirsch (Jahrgang 1993) bereits 2008, im Alter von 14 Jahren. Er suchte sich Orte, die gut mit dem Fahrrad zu erreichen waren und viel Abwechslung boten. Der Rombergpark vereinte beides. Auch heute noch verbringt er viel Zeit im Botanischen Garten Rombergpark und entdeckt immer wieder neue, ihm bis dahin verborgen gebliebene Stellen und Bewohner.

Sein Ziel ist es, den Menschen die Augen für die heimische Natur zu öffnen und sie so für den Naturschutz zu sensibilisieren. Dabei verfolgt er eine moderne und teilweise abstrahierende Sicht auf die Natur, um auch Interesse am scheinbar Gewöhnlichem zu wecken. Als zurückhaltender Gast im Lebensraum der Tiere gelingen ihm Fotos auf Augenhöhe.

Text und Foto H. Hirsch: Pressestelle Dortmund, Foto Plakat an der Lindenallee »Kleiber«: S. Seichter

www.hermannhirsch.com


Ab 9. Juni 2018 – Plakatausstellung (Woche der Botanischen Gärten)

Botanischer Garten Rombergpark informiert über die zentrale Rolle von Pflanzen in der Heilkunde

In welcher Beziehung stehen die alten Apothekergärten und die Botanischen Gärten der Neuzeit? Gelegenheit Antworten zu bekommen, gibt es im Rahmen der Woche der Botanischen Gärten (9. bis 17. Juni) und weiterhin bis Ende August durch die Plakatausstellungen in über 40 Botanischen Gärten in Deutschland und Österreich. 

Unter dem Motto „Die Grüne Apotheke – vom Hortus Medicus zur Pharmaforschung“ stehen Arzneipflanzen im Mittelpunkt der diesjährigen Woche der Botanischen Gärten. Mit den Veranstaltungen und einer gemeinsamen Ausstellung rückt auch der Botanische Garten Rombergpark die zentrale Rolle der Pflanzen für die Heilkunde und die Bedeutung der pflanzlichen Vielfalt ins Blickfeld der Besucherinnen und Besucher.

Ziel der Ausstellung und der Veranstaltungswoche ist es, Interessierten einen differenzierten Blick auf die zentrale Rolle von Pflanzen in der Heilkunde zu eröffnen und das Interesse für die Grüne Apotheke zu wecken. Sie wollen kein Pharmazielehrbuch ersetzen. Jegliche Rezepturen zur Selbstmedikation sucht man hier vergeblich.

Plakat_Tee_Woche-der-Bot-Gaerten-2018Botanische Gärten haben eine enge historische Verbindung zu Heilpflanzen. So liegt es nah, die Rolle von Pflanzen in der Medizin in den Fokus einer Ausstellung zu nehmen. Dabei werden sowohl altbewährte als auch noch weitgehend unbekannte Arzneipflanzen im Detail vorgestellt – von Arnika, Salbei und Knoblauch bis hin zum Schlafmohn, Eibe und Maiapfel. Den Kern der Ausstellung bilden 15 Themenposter. Die Fülle an spannenden Informationen ist zudem in einer Broschüre zusammengefasst.

Arzneipflanzen und deren Anwendung sind ein komplexes Feld. Zehntausende Pflanzenarten wurden oder werden als „Arzneipflanzen“ eingesetzt – bei weitem nicht alle zu Recht; einige sind auch für die moderne Medizin unersetzlich.

Es existiert viel zum Teil gefährliches Halbwissen: Überlieferung, Esoterik, gefühltes Wissen, empirische Daten und kritische naturwissenschaftliche Erkenntnisse liefern einen bunten Mix an Vorstellungen, Meinungen und Fakten, die die Einstellung der Menschen gegenüber Arzneipflanzen prägen. – Autor/in: Anke Widow, Pressestelle Stadt Dortmund – Foto: S. Seichter, Freundeskreis

Programm-Zusammenfassung (PDF)

Anmerkung: Die Plakatausstellung ist noch bis Ende August 2018 im Alten Schulgarten und im Tasmanienhaus zu sehen. Zusätzlich sind das antike Inventar einer Apotheke und einige bekannte Heilpflanzen im Tasmanienhaus ausgestellt (Zugang über das Café Orchidee).

Über den Auftakt der Woche der Botanischen Gärten im BG Rombergpark lesen Sie hier unseren Bericht.


24.03.2018

Pflanzaktion: Im Rombergpark entsteht ein Wald aus Mammutbäumen

88 der größten Lebewesen der Erde wachsen in Dortmund. Genauer: im Botanischen Garten Rombergpark. Am Samstag, 24. März 2018, haben Mitglieder des Rotary-Club 88 Küstenmammutbäume eingepflanzt – ein nachhaltiges Projekt für Umwelt, Bildung, Familienzusammenhalt und Erholung.

Der Rotary-Club Dortmund-Neutor hat die Bäume gespendet und auf einer Wiese nahe des Eingangs des Dortmunder Zoos eingepflanzt – einen Baum für jedes Club-Mitglied.

Küstenmammutbäume (Sequoia sempervirens) sind die größten bzw. höchsten Lebewesen auf unserem Planeten. Sie sind immergrüne Nadelbäume. Die mächtigsten haben sogar Namen: zum Beispiel »Hyperion«, nach dem Titanen der griechischen Mythologie – ganze 116 Meter hoch, mit einem Stammdurchmesser von mehr als sieben Meter und dazu wahrscheinlich über 700 Jahre alt. »Hyperion« steht im Redwood-Nationalpark im Nordwesten Kaliforniens.

So groß wie die Bäume im kalifornischen Nationalpark sind die Küstenmammutbäume mit einer Höhe von 2 bis 2,5 Metern noch nicht. Aber sie wachsen schnell – sogar sehr schnell, wenn ihnen der Standort zusagt. Und das ist in Dortmund an der Schondelle ziemlich sicher, obwohl die Küstenmammutbäume eigentlich aus Nord-Kalifornien stammen. Dort nennt man sie aufgrund der rötlichen Stämme auch Redwoods.

Geplant ist die zeitnahe Erweiterung des Mammutbaum-Waldes, um dazugehörige Baum- und Straucharten wie zum Beispiel Weinblattahorn, Blutjohannisbeere oder kalifornischer Lorbeer. Mehr als 30 verschiedene Gehölzarten werden später den Dortmunder »Redwood« ausmachen – einzigartig in Deutschland und vielleicht sogar Europa. Dieser soll noch viele Generationen überdauern – und viele Menschen begeistern. – Foto: B. Bomm, Pressetext: Dr. P. Knopf


10. / 11. März 2018

Go-Landesmeisterschaft NRW

Am Wochenende des 10. und 11. März fanden im Bildungsforum des Botanischen Gartens Rombergpark die Landesmeisterschaften im Go-Spiel statt. Es handelt sich um ein asiatisches Knopfspiel, das auch beim Kirschblütenfest 2016 von jungen Leuten am Stand angeboten wurde und großes Interesse fand. Auch in diesem Jahr sind die Go-Spieler beim Kirschblütenfest wieder dabei und wir freuen uns sehr, dass sie damit in echt asiatischer Tradition das Fest bereichern werden.


4. März 2018

Lenzrosen & Co. KG

In den Pflanzenschauhäusern findet seit dem 4. März parallel zur weiter andauernden Orchideenschau eine Lenzrosenausstellung statt. Zehn verschiedene Blütenfarben und -formen mit einfachen, gefüllten und halbgefüllten Blüten der Helleborus-Gattung werden im Kakteenhaus präsentiert. Als Begleiter wurden verschiedene Kameliensorten gepflanzt, die aufgeblüht einen kräftigen Farbkontrast bilden, dazu auch einige Rhododendronpflanzen. Aufgestellte Birkenspitzen, dicke Äste und viel Mulch am Boden simulieren den natürlichen Standort der Helleborus: den Waldrand.

Die Lenzrosen – auch Nieswurz oder Christrose (wenn sie zur Weihnachtszeit blüht) genannt – gehören zur Hahnenfußfamilie (Ranunculaceae) und kommen in Zentral-, Ost- und Südeuropa bis ins westliche Asien vor. Sie blühen vom Winter bis ins mittlere Frühjahr. Die Blütenfarben reichen von weiß, gelb bis hin zu rosa, rot und violett. Was wir bei den Helleborus als Blütenblätter wahrnehmen sind eigentlich die Kelchblätter, die normalerweise dem Schutz der Knospe dienen. Die Blütenblätter der Lenzrosen sind als kurze, tütenförmige Organe ausgebildet und werden Nektarien genannt, da in ihnen der Nektar enthalten ist, der die zu dieser Jahreszeit wenig vorkommenden Insekten zur Bestäubung anlocken soll. Die bekannteste Art dieser für uns giftigen Pflanze ist die weißblütige Helleborus niger, die »schwarze Nieswurz«. Die Bezeichnung erhielt sie aufgrund ihrer schwarzen Wurzeln.

Die volle Schönheit und Vielfalt dieser Blüten entfaltet sich erst bei näherem Betrachten und manchmal muss man sich schon ein wenig bücken, um sie auf sich wirken lassen zu können. Ganz besonders lohnen sich daher Nahaufnahmen dieser wunderschönen Winter- und Frühjahrsblüher.

Erste Eindrücke von der Lenzrosenausstellung:


Januar 2018

Die Wüstenlandschaft im Botanischen Garten wird Dank der großzügigen Spende der Dr. Baukloh-Stiftung im Jahr 2018 entstehen. Die ersten Vorbereitungen laufen: Etliche Tonnen Sand lagern bereits, die Baumaterialien sind bestellt.


20. Januar 2018

     

Am Samstag, 20. Januar begann um 10.00 Uhr die »Große Orchideen-Ausstellung 2018« in den Pflanzenschauhäusern des Botanischen Gartens. Schon Tage vorher trafen die ersten Lieferungen ein und die Platzierung der 1100 Pflanzen wurde u.a. auch mit Mitgliedern des Freundeskreises begonnen. Nach dem ersten großen Andrang folgte am Sonntag der große Ansturm, denn die Besucher kamen zu Hunderten. Dabei fand am Sonntagmittag eine besondere Aktion statt. Dr. Reinhard Rauball konnte eine nach ihm offiziell benannte Orchidee »Paphiopedilum Reinhard Rauball« taufen. Ausführlicheres und Fotoserien finden Sie unter Berichte. Fotos: S.Seichter, E.Hoffmann, O. Schaper.