aus dem Botanischen Garten Rombergpark

Diese Rubrik enthält kürzere Neuigkeiten, die sich über das Jahr hinweg ergeben und somit eine gewisse Rückschau über Entwicklungen im Botanischen Garten und im Verein ermöglichen. Detailliertere Ausführungen über Veranstaltungen und Ereignisse mit Fotoserien finden Sie unter Veranstaltungen/Berichte.

20. August 2018

David_3_PhasenFast 5.300 Titanenwurz-Fans besuchten »Turbo-David«

Die Dortmunder Titanenwurz »Turbo-David« hat sich am Wochenende eine riesige Fangemeinde »erblüht«. Exakt 5.296 Besucherinnen und Besucher waren live bei dem Spektakel dabei! (Anm.: in der Zeit vom 11.08. bis einschließlich 19.08.)

Dr. Patrick Knopf, Direktor des Botanischen Gartens Rombergpark: »Wir sind besonders stolz, dass unsere Titanenwurz so jung geblüht hat - noch nicht mal 35 Monate hat es gedauert. Und wir freuen uns, dass so viele Besucherinnen und Besucher dieses freudige Ereignis mit uns erlebt haben. Ich bin schon jetzt sehr gespannt, wie groß ,Turbo-David‘ bei der nächste Blüte sein wird!«

Am frühen Freitagnachmittag ging alles ganz schnell. Das tief-burgunderrote Hüllblatt von Titanenwurz »Turbo-David« öffnete sich schon vor 13 Uhr und gab zum ersten Mal den Blick ins Innere des Blütenstandes frei. Eigentlich etwas zu früh, hatte man die Öffnung doch erst für den späteren Nachmittag erwartet. Umso mehr freuten sich die Besucherinnen und Besucher, die schon vor Ort waren.

Nach dem Startschuss gab es kein Halten mehr: Um 17 Uhr verlief die Warteschlange schon durch die gesamten Gewächshäuser. Immer mehr Fans reihten sich ein, so dass die Schlange vor dem Kassenhäuschen schließlich über 150 Meter lang war. Und das bis tief in die Nacht hinein!

»Die Stimmung bei den Wartenden war gut – es wurde gescherzt und gelacht. Einige hatten sich Verpflegung mitgebracht. Schließlich galt es, bis zu zweieinhalb Stunden Wartezeit überbrücken. Diese fröhliche und gelassene Atmosphäre wird mir immer in Erinnerung bleiben«, so Dr. Knopf weiter.

Währenddessen öffnete sich im Inneren des über 30° Grad Celsius warmen Gewächshauses die Titanenwurz immer weiter. Deutlich war der Geruch nach Aas oder Kadaver zu riechen. Die Fliegen kreisten um den Blütenstand und sammelten sich dort. 

Noch weit nach Mitternacht standen zahlreiche „Turbo-David“-Fans an, um das Blütenschauspiel zu erleben. Erst um halb drei Uhr morgens wurde die Warteschlange deutlich kürzer und die letzten verließen nach drei Uhr die Pflanzenschauhäuser. 

Für »Turbo-David« nur eine kurze Verschnaufpause, denn am Samstagvormittag 10 Uhr warteten schon die nächsten Besucherinnen und Besucher am Eingang. Noch am Vormittag schloss sich die Blume wieder und steht seitdem immer noch aufrecht da. Sie ist immer noch prachtvoll anzusehen.

Auch hier gibt »Turbo-David« ordentlich Gas: Die aufrechte Haltung ist gar nicht so oft der Fall, denn häufig knickt der Osmophor viel früher ein. 

Jetzt bleibt »Turbo-David« erstmal an seinem Platz im Gewächshaus. Bald wird der Blütenstand dann vollständig verwelken und die Knolle wird eine Ruhezeit durchmachen.

In einigen Monaten erscheint ein neues Blatt, welches die Knolle ernährt. Und dadurch wird sie auch wieder Gewicht zulegen, denn die Blüte hat bestimmt zwei bis drei Kilogramm der Knolle verbraucht. 

Mit wachsender Knolle wird auch der nächste Blütenstand viel größer. Aber bis dahin dauert es noch – drei bis fünf Jahre sind der Durchschnitt. Ob »Turbo-David« so lange warten will? 

Autor/in: Anke Widow, Stadt Dortmund, Tel.: 0231/ 50 - 2 21 35
Fotos (3 Phasen): S. Seichter, Freundeskreis

Infos zum Verlauf der Blühphase auf der Seite über unsere Titanenwurz


1. Juli 2018

Wildes Dortmund: Hermann Hirsch stellt Fotos im Botanischen Garten Rombergpark aus

H_Hirsch_KleiberEin »Wildes Dortmund« ist ab Sonntag, 1. Juli im Botanischen Garten Rombergpark zu sehen: Hermann Hirsch präsentiert bis in den Herbst seine gleichnamige Fotoausstellung mitten im Park. In 15 großformatigen Bildern zeigt der Naturfotograf teils abstrahierte Einblicke mit neuartigen Perspektiven in heimische, oft übersehene Lebensräume. Gezeigt wird die barrierefreie Ausstellung rund um den Großen Weiher und in den Waldbereichen nahe des Hauptwegs im Botanischen Garten Rombergpark. Die frei zugängliche und kostenlose Ausstellung wird ermöglicht durch eine Spende der Dr. Gustav Baukloh-Stiftung. Eröffnet wird sie durch den Künstler und Vertreter der Stiftung sowie der Stadt Dortmund am Sonntag, 1. Juli, 14 Uhr nahe des Eiskellers.

Über Hermann Hirsch

Hermann-HirschMit dem Fotografieren der heimischen Natur begann Hermann Hirsch (Jahrgang 1993) bereits 2008, im Alter von 14 Jahren. Er suchte sich Orte, die gut mit dem Fahrrad zu erreichen waren und viel Abwechslung boten. Der Rombergpark vereinte beides. Auch heute noch verbringt er viel Zeit im Botanischen Garten Rombergpark und entdeckt immer wieder neue, ihm bis dahin verborgen gebliebene Stellen und Bewohner.

Sein Ziel ist es, den Menschen die Augen für die heimische Natur zu öffnen und sie so für den Naturschutz zu sensibilisieren. Dabei verfolgt er eine moderne und teilweise abstrahierende Sicht auf die Natur, um auch Interesse am scheinbar Gewöhnlichem zu wecken. Als zurückhaltender Gast im Lebensraum der Tiere gelingen ihm Fotos auf Augenhöhe.

Text und Foto H. Hirsch: Pressestelle Dortmund, Foto Plakat an der Lindenallee »Kleiber«: S. Seichter

www.hermannhirsch.com


Ab 9. Juni 2018 – Plakatausstellung (Woche der Botanischen Gärten)

Botanischer Garten Rombergpark informiert über die zentrale Rolle von Pflanzen in der Heilkunde

In welcher Beziehung stehen die alten Apothekergärten und die Botanischen Gärten der Neuzeit? Gelegenheit Antworten zu bekommen, gibt es im Rahmen der Woche der Botanischen Gärten (9. bis 17. Juni) und weiterhin bis Ende August durch die Plakatausstellungen in über 40 Botanischen Gärten in Deutschland und Österreich. 

Unter dem Motto „Die Grüne Apotheke – vom Hortus Medicus zur Pharmaforschung“ stehen Arzneipflanzen im Mittelpunkt der diesjährigen Woche der Botanischen Gärten. Mit den Veranstaltungen und einer gemeinsamen Ausstellung rückt auch der Botanische Garten Rombergpark die zentrale Rolle der Pflanzen für die Heilkunde und die Bedeutung der pflanzlichen Vielfalt ins Blickfeld der Besucherinnen und Besucher.

Ziel der Ausstellung und der Veranstaltungswoche ist es, Interessierten einen differenzierten Blick auf die zentrale Rolle von Pflanzen in der Heilkunde zu eröffnen und das Interesse für die Grüne Apotheke zu wecken. Sie wollen kein Pharmazielehrbuch ersetzen. Jegliche Rezepturen zur Selbstmedikation sucht man hier vergeblich.

Plakat_Tee_Woche-der-Bot-Gaerten-2018Botanische Gärten haben eine enge historische Verbindung zu Heilpflanzen. So liegt es nah, die Rolle von Pflanzen in der Medizin in den Fokus einer Ausstellung zu nehmen. Dabei werden sowohl altbewährte als auch noch weitgehend unbekannte Arzneipflanzen im Detail vorgestellt – von Arnika, Salbei und Knoblauch bis hin zum Schlafmohn, Eibe und Maiapfel. Den Kern der Ausstellung bilden 15 Themenposter. Die Fülle an spannenden Informationen ist zudem in einer Broschüre zusammengefasst.

Arzneipflanzen und deren Anwendung sind ein komplexes Feld. Zehntausende Pflanzenarten wurden oder werden als „Arzneipflanzen“ eingesetzt – bei weitem nicht alle zu Recht; einige sind auch für die moderne Medizin unersetzlich.

Es existiert viel zum Teil gefährliches Halbwissen: Überlieferung, Esoterik, gefühltes Wissen, empirische Daten und kritische naturwissenschaftliche Erkenntnisse liefern einen bunten Mix an Vorstellungen, Meinungen und Fakten, die die Einstellung der Menschen gegenüber Arzneipflanzen prägen. – Autor/in: Anke Widow, Pressestelle Stadt Dortmund – Foto: S. Seichter, Freundeskreis

Programm-Zusammenfassung (PDF)

Anmerkung: Die Plakatausstellung ist noch bis Ende August 2018 im Alten Schulgarten und im Tasmanienhaus zu sehen. Zusätzlich sind das antike Inventar einer Apotheke und einige bekannte Heilpflanzen im Tasmanienhaus ausgestellt (Zugang über das Café Orchidee).

Über den Auftakt der Woche der Botanischen Gärten im BG Rombergpark lesen Sie hier unseren Bericht.


24.03.2018

Pflanzaktion: Im Rombergpark entsteht ein Wald aus Mammutbäumen

88 der größten Lebewesen der Erde wachsen in Dortmund. Genauer: im Botanischen Garten Rombergpark. Am Samstag, 24. März 2018, haben Mitglieder des Rotary-Club 88 Küstenmammutbäume eingepflanzt – ein nachhaltiges Projekt für Umwelt, Bildung, Familienzusammenhalt und Erholung.

Der Rotary-Club Dortmund-Neutor hat die Bäume gespendet und auf einer Wiese nahe des Eingangs des Dortmunder Zoos eingepflanzt – einen Baum für jedes Club-Mitglied.

Küstenmammutbäume (Sequoia sempervirens) sind die größten bzw. höchsten Lebewesen auf unserem Planeten. Sie sind immergrüne Nadelbäume. Die mächtigsten haben sogar Namen: zum Beispiel »Hyperion«, nach dem Titanen der griechischen Mythologie – ganze 116 Meter hoch, mit einem Stammdurchmesser von mehr als sieben Meter und dazu wahrscheinlich über 700 Jahre alt. »Hyperion« steht im Redwood-Nationalpark im Nordwesten Kaliforniens.

So groß wie die Bäume im kalifornischen Nationalpark sind die Küstenmammutbäume mit einer Höhe von 2 bis 2,5 Metern noch nicht. Aber sie wachsen schnell – sogar sehr schnell, wenn ihnen der Standort zusagt. Und das ist in Dortmund an der Schondelle ziemlich sicher, obwohl die Küstenmammutbäume eigentlich aus Nord-Kalifornien stammen. Dort nennt man sie aufgrund der rötlichen Stämme auch Redwoods.

Geplant ist die zeitnahe Erweiterung des Mammutbaum-Waldes, um dazugehörige Baum- und Straucharten wie zum Beispiel Weinblattahorn, Blutjohannisbeere oder kalifornischer Lorbeer. Mehr als 30 verschiedene Gehölzarten werden später den Dortmunder »Redwood« ausmachen – einzigartig in Deutschland und vielleicht sogar Europa. Dieser soll noch viele Generationen überdauern – und viele Menschen begeistern. – Foto: B. Bomm, Pressetext: Dr. P. Knopf


10. / 11. März 2018

Go-Landesmeisterschaft NRW

Am Wochenende des 10. und 11. März fanden im Bildungsforum des Botanischen Gartens Rombergpark die Landesmeisterschaften im Go-Spiel statt. Es handelt sich um ein asiatisches Knopfspiel, das auch beim Kirschblütenfest 2016 von jungen Leuten am Stand angeboten wurde und großes Interesse fand. Auch in diesem Jahr sind die Go-Spieler beim Kirschblütenfest wieder dabei und wir freuen uns sehr, dass sie damit in echt asiatischer Tradition das Fest bereichern werden.


4. März 2018

Lenzrosen & Co. KG

In den Pflanzenschauhäusern findet seit dem 4. März parallel zur weiter andauernden Orchideenschau eine Lenzrosenausstellung statt. Zehn verschiedene Blütenfarben und -formen mit einfachen, gefüllten und halbgefüllten Blüten der Helleborus-Gattung werden im Kakteenhaus präsentiert. Als Begleiter wurden verschiedene Kameliensorten gepflanzt, die aufgeblüht einen kräftigen Farbkontrast bilden, dazu auch einige Rhododendronpflanzen. Aufgestellte Birkenspitzen, dicke Äste und viel Mulch am Boden simulieren den natürlichen Standort der Helleborus: den Waldrand.

Die Lenzrosen – auch Nieswurz oder Christrose (wenn sie zur Weihnachtszeit blüht) genannt – gehören zur Hahnenfußfamilie (Ranunculaceae) und kommen in Zentral-, Ost- und Südeuropa bis ins westliche Asien vor. Sie blühen vom Winter bis ins mittlere Frühjahr. Die Blütenfarben reichen von weiß, gelb bis hin zu rosa, rot und violett. Was wir bei den Helleborus als Blütenblätter wahrnehmen sind eigentlich die Kelchblätter, die normalerweise dem Schutz der Knospe dienen. Die Blütenblätter der Lenzrosen sind als kurze, tütenförmige Organe ausgebildet und werden Nektarien genannt, da in ihnen der Nektar enthalten ist, der die zu dieser Jahreszeit wenig vorkommenden Insekten zur Bestäubung anlocken soll. Die bekannteste Art dieser für uns giftigen Pflanze ist die weißblütige Helleborus niger, die »schwarze Nieswurz«. Die Bezeichnung erhielt sie aufgrund ihrer schwarzen Wurzeln.

Die volle Schönheit und Vielfalt dieser Blüten entfaltet sich erst bei näherem Betrachten und manchmal muss man sich schon ein wenig bücken, um sie auf sich wirken lassen zu können. Ganz besonders lohnen sich daher Nahaufnahmen dieser wunderschönen Winter- und Frühjahrsblüher.

Erste Eindrücke von der Lenzrosenausstellung:


Januar 2018

Die Wüstenlandschaft im Botanischen Garten wird Dank der großzügigen Spende der Dr. Baukloh-Stiftung im Jahr 2018 entstehen. Die ersten Vorbereitungen laufen: Etliche Tonnen Sand lagern bereits, die Baumaterialien sind bestellt.


20. Januar 2018

     

Am Samstag, 20. Januar begann um 10.00 Uhr die »Große Orchideen-Ausstellung 2018« in den Pflanzenschauhäusern des Botanischen Gartens. Schon Tage vorher trafen die ersten Lieferungen ein und die Platzierung der 1100 Pflanzen wurde u.a. auch mit Mitgliedern des Freundeskreises begonnen. Nach dem ersten großen Andrang folgte am Sonntag der große Ansturm, denn die Besucher kamen zu Hunderten. Dabei fand am Sonntagmittag eine besondere Aktion statt. Dr. Reinhard Rauball konnte eine nach ihm offiziell benannte Orchidee »Paphiopedilum Reinhard Rauball« taufen. Ausführlicheres und Fotoserien finden Sie unter Berichte. Fotos: S.Seichter, E.Hoffmann, O. Schaper.