194 Jahre und zurück

Der Botanische Garten im Zeitraffer

In einer Zeit, als in Dortmund die industrielle Entwicklung das wichtigste Thema war, begann zugleich auch in Verbindung mit dem Hause Romberg die Gestaltung des Rombergschen Parks, in dem der Hofgärtner Maximilian Friedrich Weyhe von Gisbert Christian Friedrich Freiherr von Romberg mit der Umgestaltung bzw. Erneuerung des Parks beauftragt wurde. Um 1818 begann Weyhe mit seinen Arbeiten und gegen 1822 waren die meisten Anlagen fertiggestellt. Ein Plan aus dem Jahr 1821 zeigt die noch heute bestehenden Konturen auf.
Mit diesen Ausführungen begann Dr. P. Knopf seine Einleitung in das Thema der Führung am 14. August. "Vor 194 Jahren...."

   Fotos: B. Bomm, E. Hoffmann
Unmittelbar vor den freigelegten Grundmauern des Hauses (Schloß) Brünninghausen begann der Einstieg in die Geschichte des Rombergparks.

Um die 70 Besucher erschienen am Haupteingang des Botanischen Gartens Rombergpark, nahe dem Torhaus, das bereits seit 1681 bestand und sie freuten sich gespannt auf die Interpretation der "194 Jahre....". Die Gruppe war mit der Teilung in zwei überschaubare Teile einverstanden, der eine geführt von Parkleiter Dr. P. Knopf, der andere vom Vorsitzenden des Freundeskreises, E. Hoffmann. Beide nahmen die noch sichtbaren historischen Bauten und Gartenanlagen zum Anlaß, auf ihre historischen Wurzeln zu verweisen. So erfuhren die Gäste viele Einzelheiten aus der Entwicklung des Rombergparks, der Gründung einer Stadtgärtnerei mit Anzuchtgarten einschl. eines Botanischen Schulgartens an der Beurhausstraße, der Veränderung eben dieses Botanischen Gartens zur Ecke Beurhausstraße/Wilhelmstraße, des Umzugs der Anlage infolge der dichteren Wohnbebauung und dem Bau einer Kinderklinik und stückweisen Verlagerung an den Südwestfriedhof , nach vielen Jahren der wirtschaftlichen und politischen Wirren aufgrund des 1. Weltkrieges. Erst mit Richard Nose, dem damaligen Friedhofsdirektor kam nach einer ausführlichen Diskussion mit Gärtnern und Schullleitern eine neue Lösung in Sicht. Inzwischen waren durch die Eingemeindung weiterer Dortmunder Außenbezirke auch neue Flächen entstanden und als 1927 der letzte Romberg Schloß und restliche Landbesitze an die Stadt Dortmund verkaufte, einigte man sich in der Verwaltung darauf, die verstreuten Teile des Botanischen Gartens im Rombergpark zusammenzufassen. So entstand aus dem ehemaligen Rombergpark der heutige Botanische Garten Rombergpark, mit 65 ha einer der größten in Deutschland und unter kommunaler Aufsicht. Vor genau 10 Jahren, so erfuhren die erstaunten Besucher, wurde der Botanische Garten Rombergpark fast komplett unter Denkmalschutz gestellt und zu Ehren von Richard Nose, wird das von ihm gepflanzte "Nose-Arboretum" am 11. September, dem "Tag des offenen Denkmals" mit zahlreichen neuen Bäumen bepflanzt, wozu die Dortmunder Bürger herzlich eingeladen sind als "Gärtner".

Die Führungen führten jeweils auch zu den genannten markanten Punkten im Nose-Arboretum, wovon der alte Schulgarten, das Papelrondell, das Farntal oder die Stoffregen-Allee nur einige wenige bekannte sind. Der Ausflug in die 194 Jahre alte Geschichte des Rombergparks fand große Begeisterung.