Natur des Jahres

Die Pflanzen des Jahres, ausgewählt von bedeutenden Institutionen aus dem Bereich der Botanik

Unter diesem Titel veröffentlichen wir Berichte und Dokumentationen zu Bäumen, Stauden, Blumen, Kakteen und Orchideen des Jahres.

 

Zum Beispiel "Baum des Jahres" - ein historischer Hintergrund

Die Idee, jährlich einen Tag des Baumes zu begehen, entstand im vorigen Jahrhundert in Nordamerika. Der Journalist Julius Sterling Morton forderte in einer Resolution die Regierung des baumarmen Bundesstaates Nebraska auf, jährlich einen "Tag des Baumes" auszurufen. Er hatte mit seiner Initiative Erfolg und erstmals am 10. April 1872 pflanzten Bürger und Farmer nahezu eine Million Bäume. Gesetzlich wurde ab 1885 der 25. April zum "Tag des Baumes" erklärt. Am 28. November 1951 fasste die FAO ( Food and Agriculture Organisation) der Vereinten Nationen (UN) den Beschluss, ihren Mitgliedsländern zu empfehlen, jedes Jahr einen Weltfesttag des Baumes zu feiern, und zwar zu dem Zeitpunkt, der unter den örtlichen Bedingungen als gegeben erscheint. Am 10. November 1951 entschloss sich die "Schutzgemeinschaft Deutscher Wald" auf einer Tagung in Bonn, den 25. April 1952 zum ersten Male als "Tag des Baumes" festzulegen. Aber erst seit 1989 ist es üblich, den 25. April eines jeden Jahres dem jeweiligen "Baum des Jahres" zu widmen. Am 22.8. 1991 wurde auf Initiative des Umweltschutzvereins Wahlstedt in Schleswig-Holstein das "Kuratorium Baum des Jahres" in Berlin gegründet mit der Aufgabe, jährlich den Baum des Jahres in Deutschland zu bestimmen. Heute wird diese Aufgabe übernommen von der Stiftung Dr. Silvius Wodarz.

Bisherige Jahresbäume

1989 Stiel-Eiche, 1990 Rot-Buche, 1991 Sommer-Linde, 1992 Berg-Ulme, 1993 Speierling, 1994 Eibe, 1995 Spitz-Ahorn, 1996 Hainbuche, 1997 Eberesche, 1998 Wild-Birne, 1999 Silber-Weide, 2000 Sand-Birke, 2001 Esche, 2002 Wacholder; 2003 Schwarz-Erle; 2004 Weiß-Tanne; 2005 Rosskastanie; 2006 Schwarz-Pappel; 2007 Wald-Kiefer; 2008 Walnuss (20. Jahresbaum seit 1989), 2009 Berg-Ahorn, 2010 Vogel-Kirsche, 2011 Elsbeere, 2012 Europäische Lärche, 2013 Wildapfel, 2014Trauben-Eiche, 2015 Feldahorn, 2016 Winterlinde

Quelle: Dr. Silvius Wodarz Stiftung Website

Baum des Jahrtausends

Ginkgo - Wanderer zwischen den Zeiten...

Die Ursprünge des Ginkgo reichen in ein Zeitalter zurück, das wir uns kaum vorstellen können. Manche Wissenschaftler geben dem Ginkgo eine Geschichte von 300 Millionen Jahren. Schon bevor die Saurier lebten, sollen Vorfahren des Ginkgo die Erde großflächig besiedelt haben. Der Großteil der Ginkgoarten hatte sich schon in der Kreidezeit nach Ostasien zurückgezogen. Hier überlebte auch Ginkgo biloba die Eiszeiten. Eines der wesentlichen Merkmale des Ur – Ginkgo – Baumes waren die feingabeligen, in verblüffender Vielfältigkeit ausgebildeten „Blätter“. So gab es neben zungen- bis nadelförmigen Blättern zweifach- oder vierfach geteilte und mehr als vierfach geteilte „Blätter“. Während eines Millionen Jahre dauernden Entwicklungsprozesses entstand aus diesen Urformen das heute weithin so bekannte und symbolhafte zweigeteilte Ginkgoblatt. Dieses aus den einstigen Nadeln zusammengewachsene Fächerblatt ist ein Phänomen in der Pflanzenwelt, das den Ginkgo seinen besonderen Reiz verleiht. Ein unverwechselbares Charakteristikum ist der mehr oder minder tiefe Einschnitt des Blattes. Die Farbigkeit der Blätter variiert zwischen hell- und graugrün bis zu herbstlich Goldgelb. Die Blätter sind relativ dick wie mit einer zarten Wachsschicht überzogen. Diese Merkmale werfen die Frage auf, in welche Pflanzenklasse der Ginkgo einzuordnen ist. Wegen der teilweise nadelförmigen Blätter der Ginkgo – Vorfahren könnte man ihn zu den Nadelgehölzen zählen. Dafür spricht auch, dass der Ginkgo entfernt an eine Konifere erinnert. Angesichts der heutigen Blattform erscheint er eher zu den Laubbäumen gehörig. Diese Einordnung würde auch den Laubwechsel –Verfärben und Abwerfen der Blätter im Herbst- erklären. Der Ginkgo biloba ist weder ein Laub- noch ein Nadelbaum, vielmehr bildet er eine eigenen Pflanzenfamilie und vereint unter dem Namen „Ginkgoales“ viele exotische, fossile Arten.

Quelle: Auszug aus "Mythos Ginkgo", Buchverlag für die Frau.

Zum Jahrtausendwechsel erklärte das deutsche Kuratorium "Baum des Jahres“ den Ginkgo biloba zum Mahnmal für Umweltschutz und Frieden und zum Baum des Jahrtausends.
I
m Botanischen Garten Rombergpark ist der wohl bekannteste und wohl am deutlichsten erkennbare Gingko der "Ginkgo biloba Tremonia", der in Dortmund als Sämling entstanden ist und daher seinen Zusatz in der latainischen Bezeichnung gefunden hat. Darüber hinaus entsteht z. Zt. im Geografischen Arboretum, links des Teiches eine Gingko-Sammlung.  

Baum des Jahres 2017

Die Fichte ist Baum des Jahres 2017


2017 steht botanisch im Zeichen einer Baumart die wie keine andere den deutschen Wald in den letzten zwei Jahrhunderten geprägt hat: die Fichte.
Am 13. Oktober fand der vom Kuratorium Baum des Jahres vorgeschlagene Jahresbaum seinen Platz im Berliner Zoo. Die Schirmherrschaft übernimmt der Präsident des Deutschen Forstwirtschaftrat, Georg Schirmbeck. Gemeinsam mit der Deutschen Baumkönigin 2017, Anne Bente Schnoor, wird er im kommenden Jahr eine Lanze für die Fichte brechen.
Seit 27 Jahren ruft Dr. Silvius Wodarz den Baum des Jahres aus. Doch die häufigste Baumart Deutschlands – die Fichte – war bisher nicht dabei. Warum das Kuratorium Baum des Jahres um diese Nadelbaumart einen Bogen schlug hat Gründe: die Fichte polarisiert. Für die einen ist sie der Brotbaum der deutschen Forstwirtschaft, für die anderen der Inbegriff naturferner Monokulturen. „Man kann zur Fichte stehen wie man will – dennoch haben wir ihr einiges zu verdanken.“ sagt Wodarz „Die Fichte steht schon einige Zeit auf unserer Liste. Ich freue mich, dass wir 2017 über diesen ganz besonderen Jahresbaum diskutieren können.

“Brotbaum oder Monokultur-Horror?

Die Fichte ist der Symbolbaum für gelungene Wiederbewaldung in Deutschland: Holznot im 18. Und 19. Jahrhundert, Reparationshiebe und Wiederaufbau machten die Baumart in der Forstwirtschaft viele Jahre unersetzlich. Reine Fichtenwirtschaft zeichnet sich durch gute Holzerträge aus, jedoch ist das Risiko große Teile eines Bestandes durch Sturm und Forstschädlinge zu verlieren hoch. Ökologische Folgen von Fichtenreinbeständen sind Versauerung und Nährstoffverlusten des Waldbodens. „Man darf nicht vergessen, dass der Mensch die Fichte dort hin gepflanzt hat wo sie heute wächst. Auf dem richtigen Standort ist sie eine wunderbare Baumart.“ sagt Wodarz. Heute findet man die Fichte meist in Mischwäldern mit Buchen, Kiefern oder Douglasien. So kann der wertvolle, CO2 -neutrale Rohstoff Fichtenholz in einem stabilen Wald gewonnen werden.
Quelle: www.baum-des-jahres.de  

 Am 25. April 2017 wurde vom Freundeskreis des Botanischen gartens eine ca. 3m hohe Fichte in der Nähe des Haupteingangs neben dem Eiskeller gepflanzt.
 Foto: Wikipedia

Blume des Jahres 2017

Blume des Jahres 2017 ist der Klatschmohn

Die Loki Schmidt Stiftung hat den Klatschmohn zur Blume des Jahres 2017 ernannt.

Zum 38. Mal kürte die Loki Schmidt Stiftung eine Blume. Mit der Entscheidung möchten die Stiftungsmitglieder auf die Gefährdung und den Verlust von Ackerwildblumen aufmerksam machen und gleichzeitig die Förderung der bunten Vielfalt im Landbau unterstützen.
 Auch Axel Jahn, Geschäftsführer der Loki Schmidt Stiftung, erinnert zunächst an Deutschlands First Lady des Naturschutzes, wie sie die ZEIT einst liebevoll betitelte. Mit der Blume des Jahres wollte Loki Schmidt Aufmerksamkeit für ihr Thema erreichen: Den Schutz bedrohter heimischer Wildpflanzen und ihrer ebenfalls bedrohten Lebensräume.
Bunte Vielfalt im Ackerbau erhalten
In den intensiv bewirtschafteten Äckern lebten ursprünglich rund 350 Pflanzenarten. Viele davon können heute als biologisches Erbe unserer Kulturgeschichte angesehen werden. Durch moderne Technik und Spritzmittel wurden in den letzten Jahrzehnten fast alle Ackerwildpflanzen an den Rand des Aussterbens gedrängt. „Eine ganze Lebensgemeinschaft, die uns seit tausenden Jahren begleitet, droht zu verschwinden“, so Axel Jahn. 
Durch den Rückgang der Vielfalt im Ackerland sind vor allem auch Bestäuber wie beispielsweise Schmetterlinge und Bienen sehr stark bedroht. Andere Insekten und Spinnen, die diese Wildpflanzen als Nahrungspflanzen und als Refugien nutzen, sind ebenfalls betroffen. Viele dieser Tierarten halten landwirtschaftlich bedeutende Schädlinge wie Blattläuse in Schach. Die Verarmung der Ackerlebensgemeinschaft ist also auch für die Landwirtschaft ein zunehmendes Problem.
100 Äcker für die Vielfalt
Bundesumweltministerin Barbara Hendricks, auf deren Einladung die Hamburger Loki-Schmidt-Stiftung zur Präsentation nach Berlin gereist war, nickt zustimmend zu den Worten von Axel Jahn. „Dem Klatschmohn geht es glücklicherweise gut. Dies gilt leider nicht für viele andere Ackerwildkräuter, mit denen er zusammen wächst und die sich seit vielen Jahrhunderten als Begleitvegetation der Nutzpflanzen auf den Ackerflächen entwickelt haben“, bestätigt sie die Entscheidung. Jede zweite Ackerwildkrautart stehe in mindestens einem Bundesland auf der jeweiligen Roten Liste, erklärte Hendricks weiter und wirbt auch für eine Stärkung der ökologischen Landwirtschaft. Sie lobt das Projekt „100 Äcker für die Vielfalt“ der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, sieht aber auch weiteren Handlungsbedarf bei der Fortschreibung der EU-Agrarförderung, in der Maßnahmen zum Schutz von
Ackerwildpflanzen wirkungsvoller verankert werden sollten.

Quelle: www.krautundrueben.de/blume

Staude des Jahres 2017

Staude des Jahres ist die Bergenie

 Rosen, Schneeglöckchen, Taglilien – es gibt Pflanzen, derentwegen werden weite Reisen unternommen, Feste veranstaltet und Gesellschaften gegründet. Es gibt Pflanzen, die sind unauffälliger, aber treu und unkompliziert und werden deshalb hochgeschätzt. Und es gibt die Bergenie (Bergenia). Attraktiv in Blatt und Blüte, vielseitig, unkompliziert und verlässlich und noch dazu in zahlreichen wintergrünen Varianten erhältlich – mit diesen Eigenschaften hätte jede andere Staude längst einen eigenen Fanclub; die Bergenie jedoch war lange Zeit ein klarer Fall von „verkanntes Genie“.
Dass sich Bergenien am liebsten auf sonnigen Flächen tummeln, überrascht nicht, wenn man ihre Herkunft kennt: Die robusten Stauden mit den festen Blättern, den fleischigen Blütenstängeln und den in üppigen Büscheln erscheinenden Blütenglocken stammen aus Gebirgsregionen in Ostasien. Dort wachsen die meisten Arten auf Kies- und Geröllflächen mit einigermaßen frischer, nährstoffreicher Erde. „Entsprechend sollten sie auch im Garten verwendet werden, dann sind sie unschlagbar robuste, ganzjährig schöne Strukturpflanzen und blühen überreich“, empfiehlt Annemarie Eskuche. Im Beet bilden Bergenien beispielsweise den passenden Kontrast zu zarten Gräsern und grazilen Stauden wie der Sterndolde (Astrantia), auch in Kombination mit verschiedenen Wolfsmilcharten (Euphorbia), Storchschnabel (Geranium) und Astern kommen sie gut zur Geltung. „Beliebt sind Bergenien aber auch als elegante Einfassungsstauden, denn sie kaschieren Beetränder, ohne zu Stolperfallen zu werden. An Teichen fügen sie sich außerhalb der Sumpfzone harmonisch in die Uferbepflanzung ein. Und in Steingärten oder Pflanzgefäßen können sie sich einzeln oder in Gruppen endlich einmal richtig in Szene setzen.“

Bisherige Stauden des Jahres
Seit dem Jahr 2000 wählt der Bund deutscher Staudengärtner im Zentralverband Gartenbau in Bonn (Nordrhein-Westfalen) jährlich die Staude des Jahres. Gemäß der folgenden Auflistung war die Staude
    des Jahres 2000 die Fetthenne (Sedum): die meisten Fetthennen sind winterhart, z.T. auch immergrün
    des Jahres 2001 die Glockenblume (Campanula): fast alle Arten sind winterfest, sommergrün
    des Jahres 2002 die Astern (Aster): winterfest, sommergrün
    des Jahres 2003 der Salbei (Salvia): winterfest, sommergrün
    des Jahres 2004 der Storchschnabel/Geranien (Geranium): winterfest, sommergrün
    des Jahres 2005 das Windröschen (Anemone): schwach giftige Pflanze, winterfest, sommergrün
    des Jahres 2006 die Flammenblume (Phlox): winterfest, sommergrün
    des Jahres 2007 der Ehrenpreis (Veronica): ein "Unkraut", winterfest, sommergrün
    des Jahres 2008 die Sonnenbraut (Helenium): winterfest, sommergrün
    des Jahres 2009 die Funkie (Hosta): auch Herzblattlilie, winterfest, bedingt immergrün
    des Jahres 2010 die Katzenminze (Nepeta): winterfest, sommergrün
    des Jahres 2011 die Fetthenne (Sedum): die meisten Arten sind winterhart, einige sind wintergrün
    des Jahres 2012 der Knöterich (verschiedene Arten der Gattungen Aconogonon, Bistorta und Persicaria)
    des Jahres 2013 die Wolfsmilch (Euphorbia)
    des Jahres 2014 die Elfenblume/Sockenblume (Epimedium)
    des Jahres 2015 die Segge (Carex)
    des Jahres 2016 die Iris : winterfest, sommergrün
Quelle: www.bund-deutscher-staudengaertner.de

Orchidee des Jahres 2017

Orchidee des Jahres ist das Weiße Waldvögelein

Das Weiße Waldvöglein (Cephalanthera damasonium (Mill.) Druce) wurde von den Mitgliedern der Arbeitskreise Heimische Orchideen zur Orchidee des Jahres 2017 gekürt. Die Ernennung sprachen sie auf ihrer Herbsttagung im thüringischen Arnstadt aus, wo die Vertreter der Arbeitskreise aus den Bundesländern alljährlich zum Erfahrungsaustausch zusammenkommen. Das Motto der diesjährigen Tagung lautete: „Orchideen im Wald“.
Merkmale und Biologie
Die Blütezeit ist von Mitte Mai bis Mitte Juli, die Hauptblütezeit von Ende Mai bis Ende Juni. An beschatteten Stellen wachsen die Pflanzen meist einzeln mit waagrecht stehenden Laubblättern, an lichteren Stellen neigt die Art zur Büschelbildung mit steif aufrecht stehenden Blättern.Der Stängel des Weißen Waldvögeleins ist 10-60 cm hoch, am Grunde mit 1-2 dunkelbraunen, häutigen Schuppenblättern. Nach oben folgen 3-6 ziemlich gleichmäßig am Stängel verteilte Laubblätter, die bis zum mittleren an Größe zunehmen, dann wieder abnehmen. Die Laubblätter sind eiförmig bis breit lanzettlich und zugespitzt, dunkelgrün, meist etwas glänzend und mit Längsnerven, waagrecht abstehend bis aufwärts gerichtet. Der Blütenstand ist langgestreckt, 6-22 cm lang und locker mit 2-20 mittelgroßen, elfenbeinfarbenen Blüten besetzt. Die Perigonblätter sind meist zusammenneigend und die Blüten selten voll geöffnet. Das mittlere Sepalum und die Petalen sind konvex gewölbt und bilden einen Helm, der die Säule bedeckt. Die Vorderlippe ist mit Ausnahme der hellen Ränder dottergelb gefärbt und von 3 Längsleisten durchzogen. Die  Blütenform des Weißen Waldvögeleins erinnert an einen Vogel mit ausgebreiteten Flügeln.
Gefährdung und Schutz
Wichtig für den Erhalt des Weißen Waldvögeleins ist eine rücksichtsvolle Waldwirtschaft mit einer maßvollen Durchforstung, aber auch dem Erhalt von Altbäumen. In alten Waldbeständen hat sich nämlich eine gute Bodenschicht mit Pilzbeständen ausgebildet. Bäume, Pilze und das Waldvöglein leben miteinander und bilden Symbiosen. Radikale und zerstörerische Waldnutzungsmethoden können daher ganze Bestände ausrotten. Aber auch Wildverbiss kann große Schäden anrichten.
Um auf die Zusammenhänge aufmerksam zu machen, haben sich die Mitglieder der Arbeitskreise Heimische Orchideen entschlossen, diese Orchidee für 2017 zu benennen.

Orchideen der vergangenen Jahre
Jahr     Deutscher Name     Wissenschaftlicher Name
2017     Weißes Waldvögelein     Cephalanthera damasonium (Mill.) Druce    
2016     Sommer-Drehwurz     Spiranthes aestivalis (Poir.) Rich.    
2015     Fleischfarbenes Knabenkraut     Dactylorhiza incarnata (L.) Soó    
2014     Blattloser Widerbart     Epipogium aphyllum Sw.    
2013     Purpur-Knabenkraut     Orchis purpurea Huds.    
2012     Bleiches Knabenkraut     Orchis pallens L.    
2011     Zweiblättrige Waldhyazinthe     Platanthera bifolia (L.) Rich.    
2010     Frauenschuh     Cypripedium calceolus L.    
2009     Männliches Knabenkraut     Orchis mascula L.
2008     Übersehenes Knabenkraut     Dactylorhiza praetermissa (Druce) Soó    
2007     Gewöhnliches Kohlröschen     Nigritella nigra subsp. rhellicani (Teppner & E. Klein) H. Baumann, Künkele & R. Lorenz    
2006     Breitblättrige Stendelwurz     Epipactis helleborine (L.) Crantz    
2005     Brand-Knabenkraut     Orchis ustulata L.    
2004     Grüne Hohlzunge     Coeloglossum viride Hartm.    
2003     Fliegen-Ragwurz     Ophrys insectifera L.      
2002     Vogel-Nestwurz     Neottia nidus-avis (L.) Rich.      
2001     Herbst-Drehwurz     Spiranthes spiralis (L.) Chevall.      
2000     Rotes Waldvöglein     Cephalanthera rubra (L.) Rich.
1999     Bocks-Riemenzunge     Himantoglossum hircinum (L.) Spreng.      
1998     Sumpf-Stendelwurz     Epipactis palustris (L.) Crantz      
1997     Wanzen-Knabenkraut     Orchis coriophora L.      
1996     Frauenschuh     Cypripedium calceolus L.
1995     Bienen-Ragwurz     Ophrys apifera Huds.
1994     Sumpf-Glanzkraut     Liparis loeselii (L.) Rich.
1993     Helm-Knabenkraut     Orchis militaris L.
1992     Großes Zweiblatt     Listera ovata R. Br.      
1991     Kleines Knabenkraut     Orchis morio L.
1990     Pyramiden-Hundswurz     Anacamptis pyramidalis Rich.
1989     Breitblättriges Knabenkraut     Dactylorhiza majalis (Rchb.) P.F. Hunt & Summerh.
 Quelle: Arbeitskreise Heimische Orchideen

Kaktus des Jahres 2017

Der Western-Kaktus

 Den Kaktus des Jahres haben die meisten schon mal im Fernsehen gesehen: Der Carnegiea gigantea ist der typische Kaktus in Cowboyfilmen, was ihm seinen Volksnamen Western-Kaktus eingebracht hat. Der Western-Kaktus ist auch die offizielle Staatsblume des US-Wüstenstaates Arizona . Die Deutsche Kakteen-Gesellschaft ( DGK ) in Bonn hat den Western-Kaktus zum Kaktus des Jahres 2017 ernannt.
Der Western-Kaktus bildet säulenförmige Äste, die wie Kleiderhaken vom Hauptstamm abzweigen. Er mag ein äußerst durchlässiges Substrat, von dem das Gießwasser schnell wieder abtrocknet. Im Winter sollte der Hobbygärtner den Kaktus am besten trocken halten. Der Standort sollte nicht zu kalt sein, denn Frost kann das Wachstum zum Stocken bringen und die Pflanzen sogar töten.
Hobbygärtner können die Pflanze mit Samen aufziehen. Carnegiea gigantea ist laut DGK ein Lichtkeimer, seine Samen dürfen also nicht von Erde bedeckt sein. Dann keimen sie bei 20 Grad Umgebungstemperatur innerhalb von 14 bis 28 Tagen. Die Jungpflanzen brauchen zunächst im Hochsommer leichten Schatten, erst im Alter vertragen sie volle Sonneneinstrahlung. Aber man darf sich nichts vormachen: Die Pflanzen brauchen viel, viel Zeit zum Wachsen. Die DKG spricht von zehn Zentimetern in zehn Jahren - und das unter kontrollierten Bedingungen, unter denen die Pflanzen schneller wachsen als in der Natur. Hier werden nach zehn Jahren nur etwa vier Zentimeter erreicht. Dafür kann Carnegiea gigantea am natürlichen Standort aber über 200 Jahre alt werden, erklären die Experten. Die erste Blüte zeigt sich erst nach 50 bis 75 Jahren.
Quelle: Allgemeine Zeitung, Münsterland.