Aktueller Hinweis zur Titanenwurz

Das »schreit« nach Freitag: Bei der Titanenwurz »David« ist immer mehr rote Farbe zu sehen und die Hüllblätter sind vertrocknet (Donnerstag, 16.08.) – die welken Hüllblätter zeigen normalerweise an: »noch 1 Tag«. Zusätzlich erkennt man Guttation am Infloreszenzträger (Wasseraustritt am Blütenstandträger). Dr. Knopf ist zuversichtlich, dass David am Freitag seine Blüte öffnet.

Erst wenn sich die Vollblüte entwickelt hat, sind die Pflanzenschauhäuser in der Nacht der Vollblüte bis 3 Uhr für Besucher geöffnet.

Adresse Pflanzenschauhäuser
Mergelteichstraße 40 (Café Orchidee)
44225 Dortmund

Angepasste Besuchszeiten für »David«

Täglich 10-20 Uhr
Am Tag der Blütenöffnung bis 3 Uhr nachts geöffnet. Der genaue Zeitpunkt wird hier bekanntgegeben.

Einlass entweder über das Café oder über das Kassenhaus seitlich vom Café.
Parken z.B. auf dem Parkplatz Zoo, Mergelteichstraße, möglich.

Ein kurzer TV-Beitrag von SAT1 >> über unsere Titanenwurz. 

Titanenwurz »David« im Botanischen Garten Rombergpark – die Blüte könnte sich am Freitag abend, den 17.08. öffnen

Titanenwurz-David_14-08-18Erstmals wird in Dortmund eine Titanenwurz blühen. Das gab es in dieser Stadt noch nie. Die Pflanze, wissenschaftlich auch Amorphophallus titanum genannt, ist im Sumatra heimisch und wächst nun seit 2 Jahren in den Pflanzenschauhäusern des Botanischen Gartens Rombergpark. Als kleine Knollen wurden sie von den Botanischen Gärten Bonn nach Dortmund gespendet. Damals nur mit der Größe eines Tennisballs, sind sie im Regenwaldhaus prächtig gewachsen. Beim letzten Umtopfen in diesem Sommer wog eine Knolle schon 10 Kilogramm! Sehr alte und gut ernährte Knollen können sogar bis zu 75 Kilogramm auf die Waage bringen.

Die Titanenwurz gehört zur Familie der Aronstabgewächse (Araceae). Bekannte Vertreter dieser Familie sind z. B. die Calla oder auch die Flamingoblume. Typisch für alle Arten dieser Gruppe ist die besondere Form des Blütenstandes: Ein auffälliges Hüllblatt (Spatha) umgibt einen Kolben (Spadix) mit den männlichen und weiblichen Blüten. Da die Blüten der Aronstabgewächse oft nach Aas riechen bzw. stark stinken, werden sie meist von Fliegen und Käfern bestäubt. Deshalb werden sie in Sumatra auch als bunga suweg raksasa bezeichnet – das bedeutet soviel wie Leichenblume.

Aber was macht die Titanenwurz denn so besonders? Die schiere Größe! Bis zu 2,5 Meter große Blütenstände sind bekannt. Damit ist es der größte bekannte Blütenstand (funktionell eine Blume) im Pflanzenreich. Dabei gilt: je schwerer die Knolle, umso größer der Blütenstand. Wenn sich dann der Blütenstand in den frühen Abendstunden öffnet, dauert dieses Wunder der Natur oft nur eine bis maximal drei Nächte. Dann verwelkt sie und muss mehrere Jahre Kräfte sammeln, um wieder erblühen zu können. Nur achtzehn deutsche Botanische Gärten haben bisher die Blüte präsentieren können, der Botanische Garten Rombergpark wird nun diese Liste erweitern.

Einen »echten« Titanen werden wir in Dortmund wohl noch nicht erleben können, da die Knolle erst 10 Kg wiegt. Aber besonders wird dieses nächtliche Blütenereignis dennoch. Normalerweise benötigt die Titanenwurz sieben Jahre bis zur ersten Blüte – im Botanischen Garten Rombergpark hat es nur zwei Jahre gebraucht! Und die Pflanze hat sich ausgerechnet den Zeitraum zur Blüte ausgesucht, indem die Pflanzenschauhäuser ihr 60. Jubiläum feiern. Am 14. August 1958 eröffneten Pflanzenschauhäuser und Cafe Orchidee nämlich zum ersten Mal ihre Türen.

Auf unserer Website werden Sie auf dem Laufenden gehalten (s. Fotogalerie oben): Wie entwickelt sich die Blüte und wann wird sie sich öffnen? In dieser Nacht werden die Pflanzenschauhäuser natürlich geöffnet sein.

Dortmund – Entdecke deinen Großstadtdschungel!

Schautafel über den Lebenszyklus der Titanenwurz Botanischer Garten Rombergpark

Zum Vergrößern der Schautafel über den Lebenszyklus bitte auf das Bild klicken (PDF 1.2 MB)


 

In 2018 werden die Pflanzenschauhäuser 60 Jahre alt

Am 14. August 1958 öffneten die Pflanzenschauhäuser und das Café Orchidee zum ersten Mal ihre Türen

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Tropenhaus im Jahr 1959, Foto: Postkarte U. Wintgens  | In neuem Glanz: die Pflanzenschauhäuser mit Café Orchidee. Foto: E. Hoffmann
              
Die Pflanzenschauhäuser, die 1958 eröffnet wurden, bestehen aus insgesamt 4 Teilen. Auf annähernd 1100 qm befinden sich das Kakteenhaus, das Kohlehaus, das Warmhaus und seit dem Jahr 2015 das umfunktionierte Tasmanienhaus (ehemaliges Kalthaus). Diese Häuser umgeben das zentral davor gelagerte, gern besuchte Café Orchidee. Ein Besuch lohnt sich zu allen Jahreszeiten. Botanische Vielfalt aus allen Kontinenten wird gezeigt: das Kakteenhaus mit Kakteen, Sukkulenten und Agaven, das Kohlehaus mit seinen Farnen und seiner Besonderheit in Form der Wollemi Pine, den Bananenstauden, den Relikten aus der Kohlezeit, das Tasmanienhaus mit seinen Pflanzen aus dem Bereich des Südpazifischen Ozeans und den neuen, behindertengerechten Toilettenanlagen, sowie das Tropenhaus mit zahlreichen Pflanzen wie Orchideen, Kakaobaum, Palmen, dem Bambus, Reisanpflanzungen oder Roseneibisch und vielen anderen exotoischen Gewächsen.

Die Renovierung der Pflanzenschauhäuser durch die Stadt Dortmund führte 2007 zur Finanzierung der Erneuerung eines großen Teils des Pflanzenbestandes durch den Freundeskreis (z.B. Orchideen, Kakteen, Sukkulenten u.a.) im Wert von über 7000,- EUR.     

Inzwischen sind mit der neuen Parkleitung seit 2014 zahlreiche Ergänzungen, Veränderungen und sogar Umbauten erfolgt und die Pflanzenschauhäuser sind auch wieder Heimstatt einiger Tiere geworden: im Kohlehaus fühlen sich Straußwachteln wohl, im Kakteenhaus kann man mit etwas Geduld ein Gambelwachtelpärchen entdecken und im Warmhaus lebt ein Leguan. Das ehemalige Kalthaus wurde im Zusammenhang mit dem Einbau barrierefreier Toiletten umgebaut zu einem »Tasmanienhaus« mit entsprechenden Pflanzen aus diesem Gebiet. Auch eine kleine Verweilfläche mit Tischen und Stühlen wurde geschaffen, die zusätzlich zu Vortragszwecken genutzt wird.